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Ingeborg Berta Hofbauer - Rucksackgeschichten

HEUTE bin ich mutig - Ein Rucksack voller Geschichten

Rucksackgeschichten über Weit- und Pilgerwanderungen, Reisen und ein Leben mit leichtem Gepäck. der Rucksack steht für den Lebensrucksack, das Pilgern für das Leben, der Weg für den Lebensweg.

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Ingeborg Berta Hofbauer

Ingeborg Berta Hofbauer

Ingeborg Berta Hofbauer ist Wirtschaftstrainerin, Coach und Pilgerführerin. Sie unternimmt mehrmals im Jahr Wanderungen allein mit ihrem Rucksack. In ihrer Arbeit verbindet sie gerne Coaching und Wandern. Sie bezeichnet sich selbst als Pilgerin auf ihren Lebensweg. Sie ist überzeugt, dass die Natur unsere beste Lehrmeisterin ist und wir in der Natur zu den besten Antworten kommen. Sie ist Autorin der Bücher Rucksackgeschichten. Erhältlich im Buchhandel, bei Amazon oder bei der Autorin selbst.

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Brich auf, gehe los, lass das Alte hinter dir und schau nach vorn! Das Ziel, es ist noch weit entfernt. Du siehst es nicht, aber du spürst seine Kraft. Verheißungsvoll zieht es dich an und gibt dir die Kraft weiterzugehen.“ (Ingeborg B. Hofbauer Jakobsweg 2007)

Pilgern! Mein Herz wird sofort berührt wenn ich dieses Wort höre und eine tiefe Sehnsucht ergreift mich.

Als ich 2007 zu meiner ersten Pilgerwanderung, von S. Jean Pied de Port am Fuße der Pyrenäen aufbrach, mit dem Ziel, 4 Wochen später in Santiago de Compostella zu sein, suchte ich weder Gott, noch hatte ich eine schwere Krankheit, noch war ich unglücklich. Mich trieb eine Sehnsucht, die ich nicht benennen konnte und äußere Umstände (eine Mongoleireise, die ich ursprünglich gebucht hatte, wurde abgesagt) führten dazu, dass ich mich auf den Jakobsweg machte.

Gott brauchte ich nicht zu suchen, denn in mir war bereits ein, von Kindheit an, tiefes Vertrauen in eine göttliche Dimension eingepflanzt. Dieses Vertrauen half mir bereits am ersten Tag, wo ich allein bei Nebel und Regen über die Pyrenäen wanderte. Wie von unsichtbarer Hand geführt, erreichte ich wohlbehalten mein Ziel Roncevalles.

So glücklich und frei wie in diesen Wochen, war ich niemals zuvor in meinem Leben, sehr wohl aber viele Male danach. Das Pilgern wurde zu einem festen Bestandteil meines Erdendaseins.

Ich entdeckte Gott nicht, was sich so viele, die sich zu einer Pilgerreise aufmachen, wünschen. Ich entdeckte Gott neu. Diese Erfahrung veränderte mein Leben, bzw. durch diese Erfahrung hatte ich den Mut, mein Leben zu verändern.


Der Pilger, die Pilgerin (lat.:peregrinatus=Fremder)ist als Fremde/r in der Fremde unterwegs.

Eine tiefe Verbundenheit und Betroffenheit spüre ich, wenn ich an die vielen Flüchtenden denke, die sich voller Hoffnung auf den Weg in die Fremde machen, um Schutz zu finden. Mir begegneten auf meinen vielen Pilgerwegen durchaus positiv gesinnte Menschen, die mich herzlich willkommen hießen. Was ist der Unterschied zwischen mir und den vielen anderen Menschen, die derzeit nach Europa unterwegs sind? Ich vermute es ist der Umstand, dass ich meine Unterkunft bezahlen kann und am nächsten Tag wieder weiterziehe?

Das Pilgern ist meine persönliche Therapie, die ich regelmäßig in Anspruch nehme.

Das Gehen in der Natur, vor allem auch im Wald (Tipp: Der Biophilia Effekt von Clemens G. Arvay) hat eine (messbar) heilende Wirkung auf mich. Sobald ich merke, dass ich die Welt um mich herum nicht mehr aushalte, mache ich mich auf den Weg. Es ist auch das Ziel, das mir immer wieder die Kraft und Motivation gibt, aufzubrechen. Beim Pilgern wie auch im Leben.

Auf der Via Porta in Thüringen begegnete ich einem Paar aus Österreich. Ich erzählte begeistert und mit offenem Herzen von meinen Pilgerwegen. Die Frau machte folgende Bemerkung: “Jeder sammelt etwas, du also Pilgerwege“. Ich konnte darauf nichts erwidern, denn ich musste diesen Satz erst wirken lassen und darüber nachdenken.

„Nein“ ich sammle keine Pilgerwege weiß ich heute. Das ist im Sinne von haben wollen und ansammeln und das mündet meist in drückenden Ballast oder in Verpflichtungen. Ich suche nicht die Wege die ich gehe, die Wege finden mich. So auch die Via Porta, von deren Existenz ich, bis ein paar Monate vor meinen Aufbruch, nichts wusste.

Zu jener Zeit lag ich aufgrund eines schlimmen Zusammenbruchs mit einer Lungenentzündung im Bett. Außer Radio hören konnte ich nichts tun. Somit konnte mich der Ruf der Via Porta erreichen.

Krankheiten haben immer wertvolle Botschaften für uns bereit.

Auch mein Weg durch Slowenien nach Triest ans Meer hat mich gefunden. Dazu hat mich meine Urgroßmutter Ernestine, die ich leider nie kennenlernen durfte, inspiriert. Als ledige Tochter einer slowenischen Dienstmagd im damaligen kaiserlichen Triest, wurde sie (1864) in einem Triestiner Krankenhaus geboren und in einem Kloster als Findelkind abgegeben. Sie wuchs in Skofja Loka auf und machte sich mit 20 Jahren (1884) mutig und allein auf den Weg in die Obersteiermark, um beim Bahnbau Arbeit zu finden. Eine schöne Geschichte. Doch welches Leid, welche Verletzungen und welche Demütigungen hinter diesem Mut gestanden hatten, bleibt der Phantasie überlassen. Ich konnte es leider nie in Erfahrung bringen. Unsere VorfahrInnen haben über diese Dinge geschwiegen oder wurden nicht danach gefragt.Ernestine fand nicht nur Arbeit, sondern auch meinen Urgroßvater und somit war mein Familienstammbaum begründet. Diesen Weg meiner Urgroßmutter, zu der ich eine tiefe seelische Verbindung spüre, wollte ich zurückgehen und fand tatsächlich eine Wegbeschreibung durch Slowenien nach Triest, vom Tiroler Autor Gerhard Pilgram.

Das Pilgern ist die beste Art die eigene Biografie aufzuarbeiten.

Beim Gehen steigen jene Themen aus dem Inneren hoch, die geheilt und wahrgenommen werden wollen. Es gibt Tage beim Pilgern, da heule ich stundenlang vor mich hin und fühle mich danach leicht und frei...und...geheilt.

Das Pilgern ist die beste Form der Reflexion.

Alle großen Veränderungen in meinem Leben, angenehme wie unangenehme, habe ich auf diese Art und Weise bewältigt und gelöst. Als ich mit 54 Jahren merkte wie sich mein Körper langsam veränderte und ich mich plötzlich mitten in den Wechseljahren wiederfand, geriet ich in Gefahr in eine depressive Phase abzugleiten. Ein Grund sich wiederum aufzumachen, mit dem Ziel, meinen inneren Frauen zu begegnen. Dem kleinen Mädchen, der jungen Frau, der reifen Frau und Mutter. Auf dieser Pilgerwanderung lernte ich die weise Frau in mir kennen und verliebte mich in sie.

Seitdem kann mich (frauenfeindliche) Werbung, die uns mit ihren Produkten ewige Jugend und Schönheit verspricht, nicht mehr verunsichern. Ich empfinde sie einfach nur verlogen und lächerlich.

Ich habe die starke weibliche Kraft in mir entdeckt. Niemals zuvor in meinem bisherigen Leben habe ich mich so unverletzlich und selbstbewusst gefühlt wie jetzt. Deshalb hege ich den Verdacht, dass diese o.e. Werbung darauf abzielt, uns dieser Kraft zu berauben, indem man uns Frauen von diversen Produkten und Modellen abhängig macht, weil Abhängigkeit schwächt und das könnte durchaus in manchen Kreisen willkommen sein.

Deshalb sollte man als Frau sehr achtsam sein und sich kritisch die Dinge und Botschaften anschauen und hinterfragen, die man(n) uns „verkaufen“ will.

Ich färbe meine Haare seit meinem 54. Lebensjahr nicht mehr. Einige wenige Geschlechtsgenossinnen begegneten mir mit Kritik und Ablehung. Vielleicht weil sie es nicht aushalten auf ihr eigenes Alter hingewiesen zu werden? Viel häufiger bekomme ich die Rückmeldung von Frauen,wie sehr ich zu ihrem Vorbild geworden sei.

Beim Pilgern bekommt man Zeit und Raum und pilgern ist für mich zu einem grundlegenden Lebensthema geworden.ich

Kürzlich sagte ein guter Freund: „Jeder findet seine Fluchtmöglichkeiten. Du beim Pilgern ich beim Malen.“ Ich musste nicht längster nachdenken, bis ich ihm antworten konnte:“Einspruch, das ist keine Flucht mein Lieber, das ist mein Leben. Ich bin Pilgerin auf meinem Lebensweg und auf meinen vielen Wegen, die ich gehe“.

Das was uns von Herzen erfüllt ist niemals Flucht, sondern es ist das, was uns bestimmt ist zu sein.Es ist das Bild, das Gott von uns hat und das ihm/ihr gefällt.

www.mutkompetenz.at

Mehr dazu im Buch Rucksackgeschichten® - Sowohl als auch Anleitung zur Mutkompetenz

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"A Bam kaun net wochsn wenn er kan Bodn hat"

Dieser Satz hat sich in die Erinnerung meines Vaters tief eingeprägt und dieser Satz veränderte sein Leben und wahrscheinlich auch meines. Nachhaltig.

Im Rahmen meiner Ausbildung zur zertifizierten Biografiebegleiterin, welche eine wertvolle Bereicherung meines Rucksackangebotes® ist, wählte ich die Lebensbiografie meines Vaters für meine Projektarbeit. Eine der ersten von vielen weiteren wertvollen Erkenntnissen war die, dass vor allem jene Eigenschaften meines Vaters, gegen die ich in meinen jungen Jahren am meisten rebellierte, die größten Stärken und Ressourcen meiner eigenen Biografie darstellten.

Was ist Biografiearbeit? Nach Ruhe (1998) ist es der „Versuch, Mensch-Sein als Körper, Geist und Seele in den individuellen, gesellschaftlichen und tiefenpsychologischen Dimensionen wahrzunehmen. In der Rückschau auf das eigene Leben, geschieht Einbettung in das gesellschaftliche Leben, wächst Verständnis für das Eigene. Biografiearbeit ermöglicht, sich sinnhaft als Bestandteil eines Kontinuums zu definieren.“

Kurz: Biografiearbeit ist die Reflexion der Vergangenheit zur Gestaltung der Zukunft. Es ist „strukturiertes, angeleitetes Erinnern“

Zurück zur Biografie meines Vaters. Mit seinen 89 Jahren(1927) hat er einen unglaublich scharfen Verstand, wobei die Alterssturheit für uns Familienmitglieder manchmal eine Herausforderung darstellt.

„Einmal Chef, immer Chef“ meinte eine Bekannte lapidar, während sie eine seiner Aktionen live miterlebte. Bei einem ihrer Besuche standen wir ins Gespräch versunken im Garten, als mein Vater hinzutrat und mich beauftragte auf der Stelle und sofort eine Leiter beim Kirschbaum aufzustellen. Besuch hin oder her, die Kirschen waren zu ernten und jede Minute, die dies hinauszögerte war seiner Meinung nach reine Verschwendung und sein Anliegen hatte deshalb höchste Priorität. So schleppten wir, meine Bekannte und ich, die Leiter herbei und lehnten sie an den Baum. Die Welt war gerettet und mein Vater stieg,trotz massiver Proteste seitens meiner Mutter und mir, hinauf. Der glückselige und zufriedene Gesichtsausdruck, beim Genuss der ersten Kirschen, löste meine Wut schlagartig in Luft auf. Ja, einmal Chef immer Chef.Durchsetzen konnte er sich, der alte Mann.

Doch um Chef zu werden musste mein Vater noch

einen steinigen Weg beschreiten.

Für jemanden, der nur die Volksschule besucht hatte, war dies mit harter Arbeit, lernen und großem Durchhaltevermögen verbunden. In der Winterschule am Ortweinplatz besuchte mein Vater den Vorbereitungskurs für die Zimmermeisterprüfung und legte 1958 erfolgreich die Meisterprüfung ab.

Doch die Hürden waren damit noch lange nicht überwunden.Der damalige Bürgermeister unternahm alles, damit mein Vater keinen Betriebsstandort in seiner Heimatgemeinde bekam. Die Intrigen gegen den „Häuslerbuam“, dem „Habenichts“ trieben arge Blüten. Trotz der vielen Knüppel, die meinem Vater zwischen die Beine geworfen wurden, gewann er durch seine gesellige und weltoffene Art, seinem großem Handwerkstalent und nicht zuletzt durch sein Spiel auf der Steirischen Ziehharmonika, viele Gönner, Förderer und Kunden.Sein Onkel schenkte meinem Vater Grund und Boden für die Gründung seines Betriebes mit den eingangs zitierten Worten.

„Man muss Respekt und Wertschätzung gegenüber

jenen Menschen haben, die für einen arbeiten“.

Diese Botschaft bekam ich von Kindesbeinen an mit. Nicht ein einziges Mal in all den Jahren musste in unserer Firma ein Arbeiter auf seinen Lohn warten. Auch hatte mein Vater einigen seiner Arbeiter mit einem zinsenlosen Kredit die Familien bzw. Existenzgründung ermöglicht.

Als ich viele Jahre später einen Lehrgang zur Zertifizierung als Nachhaltigkeitsmanagerin machte, machte ich mehrmals die Feststellung:

Das was hier als Social Entrepreneurship verkauft wird, lebte mein Vater bereits vor 40 Jahren und ist für mich eine Selbstverständlichkeit".

Mein Vater war innovativ und blickte über den Tellerrand hinaus. Zum Beispiel brachte er von seiner einzigen beruflichen Auslandsreise mit der Wirtschaftskammer eine neue Geschäftsidee mit nach Hause. Er setzte sie sofort um, und in den folgenden Jahren wuchs sein Kleinunternehmen in den Siebzigerjahren zum mittelständischen Betrieb mit 35 Mitarbeitern heran.

Mut, Durchhaltevermögen, Zielorientierung, Durchsetzungskraft, Weltoffenheit, Neugier, Fleiß, unternehmerisches Geschick, eine Brise Schlauheit und Glück, verbunden mit sozialer Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern, machten meinen Vater weit über die Grenzen seiner Heimatgemeinde bekannt und man brachte ihm große Anerkennung entgegen. Bis heute.

Welchen Gewinn kann man persönlich aus einer Biografiearbeit ziehen?

Im Rahmen meiner Ausbildung tauchte ich tief in meine eigenen Wurzeln ein und konnte meinen Werdegang besser verstehen. Vor allem aber durfte ich feststellen, dass ich meine Fähigkeiten und meine Talente zum großen Teil meinem Vater zu verdanken hatte, ebenso meine weltoffene Haltung vor allem gegenüber Fremden. Dies erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit.

Biografiearbeit ist keine Psychotherapie, sondern eine strukturierte Anleitung zur Erinnerung. Vorwiegend wird Biografiearbeit bei alten Menschen und Menschen mit Behinderungen eingesetzt. 

Biografiearbeit kann jedoch gerade in dieser rastlosen Zeit eine Möglichkeit des sich Besinnens anbieten. Sie bietet die Chance Schätze in der eigenen Geschichte, aber auch in der Unternehmensgeschichte zu entdecken und zu heben. Sie kann die Basis für tragfähige Entscheidungen sein.

Ich persönlich habe bei meiner eigenen Biografiearbeit und bei der Biografiearbeit mit meinem Vater ein starkes Selbstwertgefühl gewonnen und ein Bewusstsein von Kraft, die man nur aus den eigenen Wurzeln schöpfen kann.

Möglichkeit zur Arbeit an der eigenen Biografie von 8-12.August 2016 in Tirol Stift Fiecht

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Flughafen Wien Meeting Point. Eine Gruppe von 15 Personen, die einander noch nicht kennen, trifft sich hier, um zu einer ungewöhnlichen Reise aufzubrechen. Ausgestattet mit Bergschuhen, Stöcken und Rucksäcken. Vorsichtig werden die ersten Fühler ausgestreckt. „Wer sind die anderen, mit denen ich die nächsten 10 Tage auf Pilgerschaft gehe?"

Wolfgang und ich führen bereits zum vierten Mal eine Gruppe auf diese besondere Pilgerreise. „Blumen und Steine am Weg“ so lautet das Motto. Wir wandern auf den Spanischen Jakobsweg durch Galizien nach Santiago de Compostella. Es ist keine gewöhnliche Wanderung. Es ist eine Reise zu sich selbst. Jede Pilgerin und jeder Pilger bekommt von mir den Pilgerpass und ein Pilgerbegleitbüchlein ausgehändigt. Die Freude an diesen einfachen Schätzen ist groß.

Wir stellen einander kurz vor, bevor wir einchecken. Rucksäcke werden noch einmal überprüft, die Schlaufen gut verschnürt und die Stöcke verpackt. Die Anreise ist zwar etwas langwierig, jedoch steigt analog dazu die freudige Erwartung, gemischt mit einer Brise Anspannung.

Fragen wie: „werde ich es schaffen, komme ich wohl mit den anderen mit, ist mein Rucksack nicht doch zu schwer“ geistern im Kopf herum.

Sehr spät am Abend erreichen wir Ponferrada. Nach einem kleinen Stadtrundgang fallen alle müde in ihre Betten. Am nächsten Morgen fahren wir zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Ruitilan am Fuße des O Cebreios. Auf einem schönen Platz vor dem Brunnen cremen wir uns mit Sonnenschutz ein, schultern unsere Rucksäcke und stellen uns im Kreis auf. Für jeden Pilger und jede Pilgerin gibt es von mir ein kleines Briefkuvert, in dem ein persönlicher Herzensbegleiter in Form eines Spruches enthalten ist. Danach spreche ich den Pilgersegen und mit einem fröhlichen „Buen Camino“ starten wir los.

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Die Landschaft ist überwältigend.

Wir passieren einige Ansiedlungen und steigen langsam aber stetig bergan nach La Faba, unserer ersten Rast. La Faba ist eine Pilgerherberge mit einem kleinen Kirchlein. Dort holen wir uns den ersten Stempel für unsere Pilgerpässe ab und stärken uns. Ab nun geht es steil hinauf auf den O Cebreio. Das Wetter ist herrlich, die Landschaft grandios. Wir überschreiten die Grenze nach Galizien, die durch einen imposanten Grenzstein gekennzeichnet ist. Am späten Nachmittag erreichen wir das Keltendorf am O Cebreio. Auf dem Gipfelkreuz sitzen wir im Kreis. Wir singen und reflektieren den Tag.

Im Dorf steht die älteste Kirche auf dem Jakobsweg die Eclesia Santa Maria mit der wohl berühmtesten Marienstatue Santa Maria a Real. Auch die Büste neben der Kirche des Elias Valina Sampedro ist erwähnenswert. Er war jener Mann, der die Wiederbelebung dieses alten Pilgerweges vorantrieb.

Wir beziehen unsere gemütlichen und vorreservierten Zimmer und für jeden von uns beginnt nun jenes Pilgerritual, das uns in den weiteren Tagen begleiten wird. Körperpflege, Wäsche waschen, Tagebuch schreiben, ausruhen. Am Abend besuchen wir die Messe, denn es ist Sonntag und danach gibt es ein herrliches 3-Gänge Pilgermenü mit gutem Wein oder Cidre`, bei uns besser bekannt als Apfelmost. 

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Jeden Morgen beginnen wir mit einem Morgenritual. Wolfgang leitet einfache Körperübungen zur bewussten Wahrnehmung an. Danach wird die Tagesetappe besprochen und ein Pilgerimpuls von mir mitgegeben. Nach dem Frühstück kann jeder entscheiden, ob er oder sie für sich allein gehen möchte, ob im Schweigen oder doch in Gesellschaft.

Der Weg ist gut markiert und jeder kennt die Adresse unseres Tageszieles. Jede Pilgerin und jeder Pilger kann für sich entscheiden wie er oder sie den Weg geht. Denn für jeden Pilger hält der Weg sein ganz individuelles „Geschenk“ bereit.

Abends treffen wir uns nach dem Körperpflege, Wäschewasch und Tagebuchschreib-Ritual in der Gruppe. Wir tauschen uns aus, singen gemeinsam, lachen und halten Andacht. Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig. Doch alle freuen sich, auch von den anderen zu hören, wie sie den Tag erlebten und teilen gerne ihre eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse. Die Tagesetappen betragen zwischen 18 und 25 Kilometer und da doch jeder Rucksack ca. 8-10 kg schwer ist, sind alle am Abend ganz schön müde.

Das innere Strahlen jedes Einzelnen wird von Tag zu Tag deutlicher.

Manchmal gibt es kleine Wehwehchen und manchmal kann der Eine oder die Andere nicht weiter. Es gibt auf diesem Weg überall die Möglichkeit ein Taxi zu bestellen und ein Stück damit zu fahren. Es geht nicht darum, wieviel ich täglich an Kilometer „mache“, sondern darum, wie achtsam ich mit mir umgehe. Der Weg zeigt mir meine Themen und zeigt mir auch meine Grenzen. Diese Erfahrung ist das schönste Geschenk, das der Jakobsweg für mich bereithält. Leistungsdenken hat in dieser Gruppe nichts verloren. Es wird auch aufeinander geschaut und die Gemeinschaft wächst von Tag zu Tag.

Galizien ist landschaftlich wohl der schönste Teil des Jakobsweges, aber auch die ärmste Gegend Spaniens. Gerade deshalb ist dieser Weg so reizvoll. Es kann durchaus passieren, das eine Herde Kühe entgegenkommt und danach der Weg voll Kuhfladen ist. Einmal ist sogar eine Pilgerin ausgerutscht und mit dem Gesicht voll……Gott sei Dank ist nicht viel passiert. Und am Ende haben alle darüber lachen können.

Weitere Höhepunkte auf diesem Weg sind der Alto de Poio, das Kloster Samos, Portomarin, aber auch das Pulpoessen in Melide, die vielen Horreros (Getreidespeicher), alte steinerne Wegkreuze und nicht zuletzt die Blumen und Steine am Weg. Sie begegnen uns im Innen, wie im Außen.

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Wir stehen auf dem Monto de Gozo (den Berg der Freude) und blicken voller Freude nach Santiago.

Von Ferne sieht man die Kirchturmspitzen der Kathedrale schemenhaft im Dunst. "Ultreija"! ist der Ruf der Pilger und heißt vorwärts, vorwärts Santiago zu. Die Ortstafel SANTIAGO begrüßt uns. Lärm und Straßenverkehr begleiten uns auf den letzten Schritten. Lange, lange erscheint der Weg in die Stadt, doch plötzlich stehen wir auf dem Obradoiro Platz vor der beeindruckenden Kathedrale. Wir umarmen uns, machen Fotos, singen und sind überglücklich. Schweigend und berührt schreiten wir ins Innere der Kirche, jeder mit seinem Rucksack auf dem Rücken. Traditionsgemäß umrunden wir die Jakobusstatue. Dieses Ritual beendet den Jakobsweg. Über Jahrhunderte taten dies Millionen von PilgerInnen ebenso. Danach holen wir uns die Compostella im Pilgerbüro ab. Es ist die Bescheinigung, dass wir den Weg zu Fuß gegangen sind.

Am nächsten Tag besuchen wir die Pilgermesse und danach besichtigen wir die Stadt. Eine pulsierende Universitätsstadt ist Santiago de Compostella, nicht nur voll von  PilgerInnen, nein, viele Menschen, Jung und Alt aus der ganzen Welt sind hier.  Tags darauf fahren wir mit dem Bus nach Finisterre. Das „Ende der Welt“, wo wir auf dem Felsen unter dem Steinkreuz unsere Pilgerreise mit einem Ritual abschließen.

Die PilgerInnen holen ihren, anfangs von mir ausgeteilten Herzensspruch hervor und bedanken sich bei mir. "Es war genau der Richtige Spruch für mich" wird mir von allen bestätigt. Warum ich das wusste? Ja, das ist mein Geheimnis.

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Ein weiterer Höhepunkt ist das Abschlussessen im besten Fischrestaurant Galiziens. Die Tische biegen sich unter den Platten mit Köstlichkeiten.

Danach springen noch ein paar Mutige in den eiskalten Atlantik, bevor wir zurückfahren.

Der Tag der Heimreise ist angebrochen.

Ein Sprichwort sagt: “Kein Pilger kommt von seiner Reise zurück, ohne ein Vorurteil weniger und einer Erfahrung mehr“.

Flughafen Wien Ankunftshalle.

Wir sind wieder am Ausgangspunkt angelangt. Gemeinsam singen wir noch ein Lied "Bruder Jakob, Bruder Jakob, hörst du mich.....". Wolfgang und ich verabschieden uns mit einem Reisesegen:

Mögen die Straßen dir freundlich entgegen kommen.

Der Wind in deinem Rücken sein und die Sonne dir warm ins Gesicht scheinen.

Möge der Regen sanft auf deine Felder fallen und bis wir uns wiedersehen, möge Gott schützend

seine Hand über dir halten.

 

Auch 2016 gehen wir wieder auf den Jakobsweg durch Galizien. 9.-20. Juli 2016

Informationsabende:

29.Jänner 2016 um 17 Uhr

Bildungshaus Schloss Puchberg, Puchberg 1 4600 Wels 

 und am:

5.Februar 2016  um 18 Uhr

Bildungshaus Maria Trost, Kirchbergstraße 18 8044 Graz 

 

Reiseinformationen unter: www.rucksackgeschichten.at/reisen/jakobsweg

Infopaket anfordern unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

 

Videoclip: Pilgerführerin Ingeborg Berta Hofbauer

 

 

 

 

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Erfolgreiche Menschen haben eine besondere Kompetenz: Sie können zuhören!

 

 

Kein anderer Sinn vermag so genau differenzieren, wie der Hörsinn. Kein anderes Sinnesorgan ist so komplex wie das Ohr. Rund um die Uhr reagieren wir auf leiseste Geräusche und erst recht auf sprachliche Äußerungen. Nur wenigen ist bewusst, dass Zuhören als Fähigkeit und als Haltung erst entwickelt und gelernt werden muss.


Ein Patient kommt zum Arzt und klagt über Schmerzen auf der linken Seite, oberhalb des Herzens. Der Arzt unterbricht ihn und fragt, ob dies schon öfters vorgekommen sei und hat bereits seine Diagnose im Kopf: Möglicher beginnender Herzinfarkt. Der Patient jedoch möchte erzählen, dass er in diesem Jahr zum ersten Mal gepaddelt ist und möglicherweise dieser Schmerz auf eine Zerrung hinweisen könnte. Hätte der Arzt den Patienten zu Ende sprechen lassen und genau zugehört, wäre dieses zeitraubende Missverständnis erspart geblieben.

Eine Frau in den Mitvierzigern, sportlich elegant gekleidet, betritt ein Autogeschäft, um sich umzusehen. Ein Verkäufer führt sie zu einem schicken Kleinwagen und lädt sie auf eine Probefahrt ein.  Die Dame winkt ab und fragt nach einem größeren Auto. Der Verkäufer insistiert und versucht ihr den Kleinwagen einzureden. Die Frau jedoch ist Geschäftsfrau und sucht einen Wagen mit viel Gepäckraum, den sie beruflich nutzen, der steuerlich absetzbar und mit Allrad ausgestattet ist. Dies alles findet der Verkäufer nicht heraus, weil er nicht fragt und auch nicht zuhört.

Es gibt kaum einen privaten oder beruflichen Kontext bei dem richtiges Zuhören nicht eine grundlegende Rolle spielen würde. In der Familie, in einer Beziehung, beim Lernen und Lehren und, wie oben bereits beschrieben, im Beruf.

Was hindert uns am guten Zuhören? Zuhören braucht Zeit und wir alle sind darauf programmiert, dass Zeit kostet. Hinterfragen wir jedoch diesen Glaubenssatz  genauer, dann erkennen wir, dass dies nicht stimmt. Genaues Zuhören kann Missverständnisse und damit zusammenhängend, Fehlentscheidungen vermeiden.

Manager sind gut beraten ihren MitarbeiterInnen zuzuhören. Ebenso VerkäuferInnen ihren KundInnen. In manchen Kulturen gilt es als Privileg der Mächtigen nicht dauernd reden zu müssen, sondern ausgiebig zuzuhören.

Zuhören ist eine elementare Naturtechnik und eine grundlegende Kompetenz, die viel Achtsamkeit und Aufmerksamkeit erfordert. Zuhören ist vor allem auch eine vornehme Fähigkeit.

Die Vorrede zur „Regula Benedicti“, der Ordensregel des Heiligen Benedikt von Nursia, dem Gründer des Benediktinerordens, beginnt mit dem Aufruf „Höre“. Benedikt ordnete mit seiner Regel das Zusammenleben in den Klöstern und die Rolle des Abtes, also der Führungskraft. Führungskräfte könnten sich aus dieser Ordensregel  einiges abschauen.

Um beruflich Erfolg zu haben, ist die Kompetenz zuhören zu können unerlässlich. Fragen zu stellen und zuzuhören eröffnet die Welt der Anderen und bringen deren Wünsche und Bedürfnisse ans Licht.

Hören ist nicht dasselbe wie Zuhören. Im Englischen ist dies leichter auseinanderzuhalten: hearing and listening!

Zuhören kann man aber auch nicht nebenbei. Es erfordert Kraft und Energie, deshalb ist es sehr wichtig, dass man erkennt, wann der Kanal voll ist und man nicht mehr zuhören kann.

Genaugenommen ist Zuhören das beste Mittel gegen Manipulation und Einflussnahme.

 

 

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2-tägige Solowanderung für EinsteigerInnen

Immer wieder werde ich von Frauen - meist so ab 45 Jahren - gebeten, ob sie sich mir, bei einer meiner Wanderungen, anschließen dürfen.  Diese Frage bringt mich in die herausfordernde Lage manchmal „Nein“ sagen zu müssen. Nicht weil ich die fragende Person nicht mag oder ablehne, ganz im Gegenteil, sondern schlicht und einfach deshalb, weil ich eine begeisterte Solowanderin bin und ich dieses AllEIN-unterwegs-SEIN als größtes Geschenk für mich betrachte. Wenn man zu zweit geht nimmt man so vieles nicht wahr und übersieht viel. Nur allein ist man völlig eins mit der Natur und mit sich. Auch wenn man hintereinander oder schweigend nebeneinander geht, ist es nicht dasselbe. Es passiert mir auch immer wieder, dass meine Umgebung befremdet auf meine Solotouren reagiert. Lange konnte ich mir das nicht erklären, denn wenn Männer alleine gehen, scheint das niemand zu rühren. Ich gelangte zur Erkenntnis, dass eine Frau, die Alleingänge - welcher Art auch immer - unternimmt, verdächtig ist. Verdächtig im Sinne von „ver- denken“. Das heißt, es wird darüber nachgedacht und alle möglichen Hypothesen werden aufgestellt, warum eine Frau wohl allein auf Wanderschaft gehen mag. Alles Kopfkinos mit denen ich nichts zu tun haben will. Mein Ziel ist es, Frauen, die den Wunsch haben für kurze Zeit aus- bzw. aufzubrechen zu ermutigen, es zu tun. Es muss nicht gleich der Jakobsweg sein, eine zweitägige Solowanderung kann bereits das vermitteln, was man sich unter absolutem Glück und Freiheit vorstellt. Achtung: Es besteht Suchtgefahr.  In diesem und in weiteren Blogs werde ich zwei- bis mehrtägige – für Einsteigerinnen – sichere Wanderwege vorstellen. Dabei möchte ich auch auf einen gewissen Wohlfühl- und für Frauen so wichtigen Wellnessfaktor eingehen. Denn ich bin mittlerweile überzeugt, dass wir Frauen uns wirklich liebevoll behandeln und alles erdenklich Gute tun sollten. Denn viel zu lange bezogen wir unseren Selbstwert über Aufopferung für die Familie und teilweise Selbstaufgabe zugunsten eines Partners. Wir haben viel zu lange für das Wohl der anderen gesorgt und müssen wieder lernen für uns selbst zu sorgen.

Folgende Tour ist ideal für Deinen Einstieg in die Karriere als Solowanderin

Bahnwanderweg von Feldbach nach Bad Gleichenberg

  • Schwierigkeitsgrad mittel
  • Länge: ca. 20 km
  • Gehzeit ca. 6 Stunden
  • Wanderkarte anfordern: „Wandern mit der Gleichenberger Bahn“
  • Steiermärkische Landesbahn Feldbach: 03152/22 35-0
  • Gleichenberger Bahn Zugtelefon: 0664/799 74 35

Am schönsten ist eine Weitwanderung, wenn sie bei der Haustür beginnt. Für alle, die in der Nähe eines Bahnhofs wohnen, ist das möglich. Du fährst mit dem Zug nach Feldbach (umweltschonender) oder mit dem Auto und parkst dort auf dem Park & Ride Gelände kostenlos. Diese Wanderung ist deshalb so ideal, weil sie am Bahnhof beginnt und entlang der Bahnstrecke der Steiermärkischen Landesbahn entlangführt. Das heißt, dass du in herrlichster südsteirischer Landschaft wanderst, immer wieder die Bahnstrecke kreuzt und zu Bahnstationen gelangst, wo du in den mehrmals täglich verkehrenden Regionalzug einsteigen kannst, wenn es wirklich nicht mehr geht. Dieser Zug fährt zwischen Feldbach und Bad Gleichenberg  mehrmals täglich hin und her  (Fahrplan anfordern).

Die Wanderkarte „Wandern mit der Gleichenberger Bahn“ beschreibt den Weg sehr gut, deshalb habe ich im Folgenden nur jene Punkte angeführt, die nicht so klar in der Beschreibung herauskommen und für Einsteigerinnen verwirrend sein könnten. Vor allem die Durchquerung von Städten ist immer wieder für Wanderer eine Herausforderung.

Wenn du vom Bahnhof über die Raabbrücke Stadteinwärts gehst, siehst du von weitem schon den bunten Taborturm. In diese Richtung gehst Du  kerzengerade vor bis zum Hauptplatz. Den überquerst und hältst dich dann rechts, durchquerst das Grazer Tor und nach ca. 30 m biegst du links in ein schmales Gässchen ein. Da siehst du das erste Mal die Markierung des Bahnwanderweges. Auf der von Bäumen gesäumten Gasse kommst du wieder zu einer Querstraße, die überquerst du und gehst links am WIFI Gebäude (Folge dem Wegweiser zum Sanatorium) vorbei gerade aus, bis du wieder zu einer Hauptstraße kommst. Hier biegst du rechts ab und gehst zur Kreuzung vor. Da siehst du die Tafel Kalvarienberg, da biegst du links ab. Hier findest du wieder die Markierung des Bahnwanderweges. Jetzt geht es stetig bergauf, auf halber Höhe hast du einen herrlichen Blick hinunter nach Feldbach. Du kannst zum Kalvarienkirchlein hinaufgehen oder dem Sträßchen weiterfolgen. Du gehst zum Teil auf wenig befahrenen Nebenstraßen, durch herrliche Buchenwälder und über Wiesen. Nach dem Kalvarienberg folgst du erstmal der Straße und der Markierung rot/weiß 750 und dem Bahnwanderwegschild.

Folge immer dem Sträßchen lass dich von der gelben Markierung „3-Vulkane-Weg“ nicht ablenken, denn der zweigt rechts ab wenn du auf eine Anhöhe  kommst. Hier siehst du zum ersten Mal rechts unter dir die Bahngeleise. Jetzt ist es einfach, denn du musst nur mehr schauen, dass du den Weg in der Nähe der Bahngeleise nimmst. Auf der Straße und auf  Bäumen sind immer wieder weiße Pfeile bzw. Punkte, die ebenfalls den Weg markieren, falls es kein Bahnweitwander-Täfelchen gibt. Die rot/weiße Markierung ist nun der Wanderweg Nr. 787. Halte dich sonst nach der Beschreibung der Wanderkarte. Auf der Strecke musst du eine Entscheidung zu treffen: Gehst du den Weg über Gnas und folgst damit der Bahnstrecke oder kürzt du über Maierdorf ab. Der Weg nach Maierdorf ist sehr schön und führt durch schöne Buchenwälder. Angekommen in Gleichenberg steht es dir frei welche Form der Nächtigung du wählst.

 Wandertipp für Einsteigerinnen

Lerne auf Wegweiser zu achten. Achte auf die Himmelsrichtungen, falls du kein Navi hast und keinen Wegweiser findest. Gehst du nach Süden hast du die Sonne vormittags links von dir, zu Mittag steht sie senkrecht über dir, am Nachmittag wandert sie rechts von dir mit. Nach Norden ist es umgekehrt. Gehst du Vormittag nach Osten, ist die Sonne vor dir, wandert dann nach links und ist am Abend hinter dir im Westen. Gehst du nach Westen, ist die Sonne am Morgen und Vormittag hinter dir und wandert nach rechts bis sie dir am Abend ins Gesicht leuchtet.

Unterkünfte über Booking.com buchen, entweder im Vorfeld oder unterwegs mit dem Smartphone. Denn dann hast du mit Sicherheit für eine Nacht keine Probleme beim Buchen. Außerdem gibt es immer wieder auf Booking.com Top Wellnesshäuser mit Halbpension zu sensationellen Preisen. Ich habe das letztes Jahr auf einer mehrwöchigen Weitwanderung durch Deutschland entdeckt und gönne mir seitdem, nach so einer Wanderung, ein Wellnesshotel. Natürlich steht es dir frei und du kannst Jugendhäuser (JUFA), einfache Pensionen und Gasthäuser buchen. Vergiss aber nicht. Wir Frauen sollten uns Gutes tun und zwar ohne schlechtem Gewissen.

Auch kannst du, wenn du den Zug um 17 Uhr zurück nach Feldbach erreichst, am selben Tag wieder nach Hause fahren. Ich rate dir jedoch eine Nacht zu bleiben. Denn diese Erfahrung, allein Abend zu essen, allein ein Zimmer für sich zu genießen, allen im Wellness-Bereich für sich zu sein, kurz  sich selbst in diesen Situationen allein zu erfahren, kann dich in eine neue Dimensionen der Selbst-Wahrnehmung bringen. Nimm ein schönes Buch mit und vielleicht auch ein Tagebuch, in das du deine Eindrücke hinein schreibst. Du wirst sehen, es fehlt dir nichts und niemand. Warum ich das weiß? Wenn du diese Zeilen liest und dich angesprochen fühlst, dann ist es so, wenn nicht, dann machst du es ohnehin nicht.

Rucksack für Weitwanderungen 28-32 lt. (Meine Lieblingsmarke DEUTER) Das Packgewicht ca. 7-8 kg. MEHR NICHT.

Inhalt: Die Wandersachen hast du bereits an. Zweite Wanderunterunterwäsche für Tag 2 (bei mehrtägigen Wanderungen wäscht du abends deine Unterwäsche aus. Die zweite Garnitur dient dazu, falls die Sachen bis zum Morgen nicht trocken sind.) Die Wanderbluse und Wandersocken gut auslüften. Diese kannst du für Tag 2, ohne waschen verwenden. Gute Wanderblusen riechen nicht und trocknen schnell. Eine Softshelljacke und Regenbluse, eventuell Regenhose. Vorher auf wetter.com informieren. Kapperl oder Sonnenhut. Buff (spezielles Stirnband) oder ein Tuch. Leichte Turnschuhe oder Ballerinas für den Abend. Baumwollunterwäsche, leichte nichtknitternde dünne Hose und T-Shirt oder nichtknitternde Bluse für das Abendessen. (Auch in den 4-Sterne Hotels sind die Leute legere gekleidet. Bikini oder Badeanzug. Flip-Flops. In den besseren Häusern gibt Bademäntel, Dusch und Haarshampoo, sowie Körperlotion und Fön. Dies alles brauchst du nicht mitschleppen. Es reichen Gesichtscreme Zahnbürste und Zahnpaste, Kamm oder Haarbürste. Sonnencreme LSF 50 für Gesicht. (Kosmetikartikel in den Drogeriemärkten in kleinen Tuben erhältlich) Schminksacken, falls du nicht darauf verzichten willst. Persönliche Medikamente und Blasenpflaster nicht vergessen. Eine gute Fußcreme (bedanke dich bei deinen Füßen und behandle sie gut). Mein Favorit bei Schuhen sind die Knöchelhohen von  Lowa. Für  Weitwanderungen ist ein Smartphone sehr empfehlenswert. Wenn du allein unterwegs bist, kannst du damit vieles organisieren. Vom Taxi angefangen, bis zu den Hotels. Außerdem kannst du dir ein GPS runterladen, falls alle Stricke reißen und du überhaupt nicht mehr weiterweißt. Vielleicht vor der Wanderung damit üben. Das Aufladegerät nicht vergessen.

Zurück zum Weg: Am nächsten Tag kannst du nach dem Frühstück in Bad Gleichenberg noch eine schöne Rundwanderung machen. Z.B. Gleichenberger Kogeltour ca. 4-5 Stunden. Danach Rückfahrt mit dem Regionalzug nach Feldbach.

Rucksacktipp für Einsteigerinnen

Falls du irgendwo auf der Strecke an einer Haltestelle einsteigen möchtest, mache mit Handzeichen oder Winken den herannahenden Zug aufmerksam, damit er hält. Wenn du nicht mehr weiterkannst, empfehle ich dir folgende

Taxinummer: 0664 2066976.

Wichtig: Genug zum Trinken mitnehmen mindestens 1,5 lt. unterwegs kannst du eventuell bei einem Haus auffüllen lassen. Jause mitnehmen. Auf der ganzen Strecke kein Gasthaus oder Buschenschank. Ich war 6 Stunden ohne Essen unterwegs, das war hart.

Ich wünsche dir bei deiner Solowanderung viel Spaß und freue mich, wenn du mir deine Erfahrungen schreibst.

Ingeborg Berta Hofbauer

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Noch einmal das Meer sehen und alle Sinne mit mediterranen Reizen streicheln. Auf nach Istrien es liegt ja im Grunde vor der Haustüre.

Diesmal reise ich mit meiner Nichte Ines über Kärnten nach Slowenien ein, um in einem meiner Lieblingswirtshäuser, dem Lectar in Radovljica, deftige „südsteirische“ Küche zu genießen. Dieses alte und traditionelle Gasthaus im historischen Kern der Stadt, ist bekannt für seine Lebkuchenmanufaktur und die entzückenden Gästezimmer. Nach wie vor ein Geheimtipp!

Dobra vecer Croatia!

Am Abend kommen wir in Porec an. Diesmal wohnen wir in einem typischen Castello im Landesinneren. Dieses Anwesen wurde liebevoll restauriert und zu einem 5 Sterne Apartmenthaus umgebaut. Insgesamt 8 Apartments und Suiten geschmackvoll und großzügig eingerichtet. Der Hausherr, ein berühmter Hypnotiseur in Kroatien, scheint etwas technikverliebt zu sein. Eine Badewanne mit Whirlpoofunktion, eingebauter Musikanlage und Lichteffekten im Erdgeschoß, über die Wendeltreppe geht es ins Obergeschoß, wo der Schlafraum und ein weiteres Bad mit high-tec Dusche untergebracht sind. Die Küche mit Induktionsherd und Geschirrspüler, das Wohnzimmer großzügig ausgestattet mit Antiquitäten, Polstermöbel und die Schränke bestückt mit wertvollen Gläsern und Porzellan.

Man fühlt sich als willkommener Gast, dem man alle Wünsche erfüllen möchte. Solche Erlebnisse sind selten geworden.Die Gastgeberin bringt eine Flasche Wein zur Begrüßung und organisiert einen Pizzaservice.

Doch die Überraschungen sind nicht zu Ende: Wir finden Sauna und Whirlpool unterm Dach und eine Dachterrasse mit  Dusche. Duschen unter freiem Himmel bei Vollmond und Ende Oktober ist schon etwas Außergewöhnliches. Als uns am nächsten Morgen von der Gastgeberin ein reichhaltiges Frühstück persönlich serviert wird, wohlbemerkt auf geschmackvoll eingedeckten Tischen im Frühstücksraum, kennt unsere Begeisterung keine Grenzen.

 

Den Abschluss unseres Gelages bildet eine typische Geste kroatischer Gastfreundschaft. Der für diese Gegend so berühmte Kräuterschnaps. „Zivjeli!“ heißt Prost und anschließend starten wir zu einer Wanderung entlang der Küste von Porec nach Plava Laguna und zurück.

Die Euphrasius Basilika zählt zu den ältesten christlichen Kirchen und ist Weltkulturerbe.

Sehenswert sind die wunderschönen und gut erhaltenen Mosaiken. Am Ausgang entdecke ich in einem Geschäft  eine Krawatte mit glagolitischen Schriftzeichen. Die Krawatte ist der Nationalstolz aller Kroaten und die alten Schriftzeichen sind ein wertvolles Kulturgut Kroatiens. Interessant zu erwähnen ist HUM, die kleinste Stadt der Welt, das Zentrum der glagolitischen Schrift. Die beiden griechischen Mönche Method und Kyrill übersetzten die Bibel ins Kroatische und entwickelten dafür diese Schriftzeichen.


Müde von der Wanderung, Besichtigung und Shoppingtour ist ein Dinner im St Nikola am Kai angesagt. Für meine Begriffe ein kulinarischer Höhepunkt. Die Gerichte kombiniert mit den berühmten Trüffeln aus der Gegend von Motovun, dazu ein kräftiger Refosk lassen keine Wünsche mehr offen.  


Damit wir den Winter gut überstehen werden am Tag der Heimreise noch Spezialitäten aus der Region eingekauft. Dafür bietet sich die Öhlmühle bei Porec  mit Hofladen an. Das grüne Olivenöl kommt direkt aus dem Tank in die Flasche, ebenso der Wein. Getrüffelter Mischkäse vom Gut SIR LAGUNA werden im Winter in uns mediterrane Erinnerungen wachrufen.  

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Ingeborg Berta Hofbauer begleitet 2016 mehrmals Ö1 Wanderreisen „Genusswandern in Istrien“   Olivareisen.    

Links:

http://olivareisen.at/reisen/oe1-reise-genusswandern-durch-istrien/

www.castellorausch.com
www.agrolaguna.hr
www.svnikola.com

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Unsere Glaubenssätze prägen unsere Einstellung unsere Gefühle und unser Denken.

Warum bilden wir uns Glaubenssätze?

Glaubenssätze und Überzeugungen geben uns Halt und ein Gefühl von Sicherheit. Sie sind für viele Menschen wie ein Geländer, an dem man sich entlang hangeln kann und das uns vor Enttäuschungen schützt.

Tatsächlich aber können genau diese Überzeugungen einen großen Teil dazu beitragen, dass wir immer wieder Schmerzen und Enttäuschungen erleben, da wir selbst durch unsere Erwartungshaltung oft genau solche Situationen anziehen, in denen wir uns in unserem Glaubenssatz wieder bestätigt sehen.

Alles nur Zufall?

Vielleicht kennen Sie das ja von sich selbst oder auch von anderen Menschen, dass wir oft genau das anziehen, von dem wir überzeugt sind:

  • Da lernt genau die Frau, die überzeugt davon ist, dass kein Mann es je mit ihr ernst meint, immer nur solche Männer kennen, die sie dann auch wirklich schlecht behandeln.
  • Da wird genau jenem Mann die Brieftasche von einem Teenie gestohlen, der davon überzeugt ist, dass die Jugend von heute verdorben ist.
  • Da wird genau der Mitarbeiter gekündigt, der schon immer sagte, dass es ihn als Ersten trifft, wenn Stellen abgebaut werden.
  • u.ä.

Was wir glauben, muss nicht wahr sein…

Eigentlich steckt es ja bereits im Wort: Es heißt schließlich Glaubenssätze und nicht Wahrheitssätze. Aber dennoch stellen Glaubenssätze für die meisten von uns eine unverrückbare Tatsache dar, mit denen wir es uns aber oft viel schwerer als nötig machen.

Es ist nämlich möglich, unsere Glaubenssätze zu ändern, wenn sie uns nicht gut tun.

 Je eher Sie damit beginnen, Ihre Überzeugungen einfach einmal vorsichtig zu hinterfragen, desto leichter wird es für Sie, sich von Glaubenssätzen zu lösen, die Ihnen nicht gut tun. Im Folgenden finden Sie dafür einige praktische Tipps.

Tipp 1: Finden Sie heraus, was Sie glauben.

Der erste Schritt, Glaubenssätze zu verändern ist der, sich ihrer überhaupt erst einmal bewusst zu werden. Viele unsere Überzeugungen und Glaubenssätze sind nämlich so tief in uns verankert, dass wir uns ihrer gar nicht bewusst sind.

Und so kommen Sie Glaubenssätzen auf die Spur:

  • Registrieren Sie jeden Satz, den Sie mit dem Brustton der Überzeugung sagen oder denken.
  • Wenn Sie Wort wie: „immer“ oder „alle“ verwenden, könnte sich hinter dieser Aussage ein Glaubenssatz verbergen.
  • Reflektieren Sie Ihre eigenen Gedanken wenn jemand anders seine Meinung kund tut. Rufen diese Meinungen Ablehnung, Zustimmung in Ihnen hervor oder gehen Ihnen sofort eigene Überzeugungen durch den Kopf.
  • Schreiben Sie sich alle Glaubenssätze, die Sie identifizieren auf.

Hier können Sie schon einmal beginnen, indem Sie die Satzanfänge ganz spontan vervollständigen:

  • Immer …
  • Alle …
  • Jeder …
  • Grundsätzlich …
  •  

Tipp 2: Überprüfen Sie einmal, was Sie von anderen Menschen übernommen haben.

Viele unserer Glaubenssätze und Überzeugungen haben wir von Personen übernommen, die uns geprägt haben.

  • Mein Vater sagte immer: …
  • Meine Mutter sagte häufig: …
  • Der Lieblingsspruch meines Opas war: …
  • Von meiner Oma hörte ich immer: …
  • Eine Lektion, die mein erster Lehrer ständig wiederholte: …
  • Der wichtigste Satz meiner Kindheit: …
  • Eine Lehre, die ich nie vergessen werde: …

Gehen Sie nun jede dieser Aussagen einmal ganz in Ruhe durch und fragen Sie sich, ob Sie das auch heute noch so sehen möchten oder nicht.

  • Macht der jeweilige Satz jetzt Sinn für Sie?
  • Dient er dazu, Ihnen das Leben einfacher zu machen?
  • Ist er geeignet, Sie glücklich und zufrieden zu machen?
  • Fallen Ihnen vielleicht viel bessere Sätze und Überzeugungen ein? Schreiben Sie diese am besten gleich auf!

Tipp 3: Beginnen Sie damit, Glaubenssätze ungezwungen zu hinterfragen.

Achtung: „Hinterfragen“ heißt nicht gleich „aufgeben“. Katie Byron „The Work“ hat 4 einfache Fragen entwickelt, die uns auf die Spur unserer Denkmuster, Einstellungen und Glaubenssätze bringen

4 Fragen nach „The Work of Katie Byron®“

1. Ist das wahr?

2. Kannst du absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

3. Was passiert mit dir/wie reagierst du wenn du diesen Gedanken glaubst? 

4. Wer wärst du/wie würde es dir gehen ohne diesen Gedanken?

Tipp 4: Beginnen Sie jeden Tag mit Ihren eigenen fördernden Glaubenssätzen

Mein indischer Freund Harsha erzählte mir folgende Geschichte: “In der Hindureligion gibt es einen wunderbaren Brauch. Wenn ein Kind geboren wird, schenken ihm die Eltern mehrere positive Mantras. Diese sollen ihn sein Leben lang schützen und stärken. Jeder Hindu wiederholt täglich diese Mantras, damit diese tief in die Seele eingeprägt werden, um dort wirken zu können“ 

Glaubenssätze sind wie Mantras. Schreiben Sie sich einige fördernde und unterstützende Glaubenssätze auf und lesen Sie diese mehrmals täglich durch. Zu jeder Ihrer beruflichen und privaten Rollen können Sie solche finden. Füttern Sie Ihr Gehirn mit positiven und fördernden Gedanken und das Leben wird um vieles leichter.

Tipp 5: Auch Sprichwörter sind versteckte Glaubenssätze

Sicher haben Sie auch zahlreiche Sprichwörter und sogenannte Lebensweisheiten parat. Aber wie nützlich oder hilfreich sind viele von denen?

Haben Sie z.B. „Wer hoch hinaus will, kann tief fallen“ im Kopf oder „Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.“? Dann könnte es sein, dass Sie sich mit diesen Einstellungen selbst bremsen.

Achten Sie deshalb einmal ganz bewusst auf Sprichwörter, die Ihnen immer wieder durch den Kopf gehen und ob Sie diese nicht ggf. durch neue ersetzen wollen.

Übung:

Welche Glaubenssätze fallen Ihnen zum Thema „Geld“ ein?

Welche Glaubenssätze fallen Ihnen zum Thema „Erfolg“ ein?

Welche Glaubenssätze fallen Ihnen zum Thema "Beziehung" ein?

Welche Glaubenssätze fallen Ihnen zum Thema ""Fremder" ein?

Wenden Sie die vier Fragen von Katie Byron an. 

Quellen:

Rucksackgeschichten - Aubruch in ein gleslungenes Leben mit leichtem Gepäck

Zeitblüten.de

Katie Byron (The Work)

 

 

 

 

 

 

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Der Herbst ist da! Vor kurzem haben wir noch unter der Hitze gestöhnt. Kaum zu glauben aber wahr.

Viel hat sich in diesem Sommer getan. Mein neues Buch wurde vorgestellt und erzeugte zu meiner großen Freude positive Resonanz. Ich war viel unterwegs in diesem Sommer. Im Süden Kroations, auf dem Jakobsweg durch Tirol und eine Woche durfte ich eine Diözesanwallfahrt nach Rom- Padua-Orivieto-Assisi begleiten. Ich hatte viel Besuch von FreundInnen, Familie und einem sehr willkommenen Freund aus Indien.

Das Thema Flüchtlinge wurde immer präsenter und ist nun bei jedem von uns vor der Haustür angekommen.Ich wurde, so wie viele andere, von einer Welle der Hilfbereitschaft mitgerissen.

Ob es uns passt oder nicht. Ob wir hinschauen wollen oder nicht. Diese  Menschen auf der Flucht sind plötzlich mitten unter uns, und sie brauchen Untestützung, Hilfe und Gastfreundschaft.

Die zuletzt gezeigte Zivelcourage vieler ÖsterreicherInnen haben mir wieder den Glauben an die Menschen in unserem Land zurückgegeben.

Wenn ich selbst wandernd unterwegs bin, erfahre ich immer wieder Hilfe und Gastfreundschaft. Nun wurde diese  - endlich - auch gegenüber "Fremden" sichtbar. Denn wenn der Fremde uns plötzlich von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht, dann können wir nicht mehr wegschauen, dann hat das Fremde ein Gesicht. Ein Gesicht, dass das Trauma, die Entbehrungen, die Furcht, die Trauer zeigt und auch die Freude. Freude über Menschen in einem gelobten Land, die helfend die Hände reichen.

Dieser Exodus ist nicht nur mehr eine Frage der Asylpolitik, sondern eine Herausforderung für ganz Europa. Die Situation könnte man mit dem Mittelalter, dem 30jährigen und dem 100jährigen Krieg vergleichen, der eine ähnliche Völkerwanderung auslöste.

Angesichts dieser Herausforderung zeigt sich dramatisch, dass unsere alten Denkmuster und eingefahrenen Lebensstrukturen dem, was jetzt auf uns zu kommt, nicht mehr Stand halten können. Aber ich bin optimistisch, denn ich glaube, dass der Mensch das Potenzial in sich birgt, solchen Herausforderungen zu begegnen. Dies hat er immer wieder in der Geschichte bewiesen, dass er dazu fähig ist. Ein erster Schritt ist getan. Deutschland hat sich zum Vorbild erhoben.

Jeder einzelne von uns ist gefordert. Wir sind alle betroffen. Stacheldrähte, Hassparolen und andere schlimme Dinge werden diese Menschen nicht aufhalten, dem Tod und der Hoffnungslosigkeit in ihrem Heimatland zu entfliehen.

Wir haben die Kapazitäten in Europa und wir haben genug zum Teilen. Es kommen gut ausgebildete Menschen zu uns. Ärzte, PflegerInnen, Fachkräfte. Wir sollten auch den wirtschaftlichen Faktor nicht übersehen, denn diese Menschen werden irgendwann ein Einkommen haben - wenn man sie arbeiten lässt. Wir können den Asyl suchenden Menschen vorleben und sie lehren wie Demokratie funktioniert. Wir können ihren Kindern die Hoffnung zurückgeben und wir können ihnen das Rüstzeug geben, wenn sie einmal in ihr Land zurückkehren, um es wieder aufzubauen. Wenn das dem Leben keinen Sinn gibt, was dann?

Ich habe im Frühjahr wöchentliche Workshops in Rosegg angeboten. Diese wurden unterschiedlich stark angenommen. Da ich ab Herbst selbst  eine Ausbildung mache, werde ich vorerst diese Workshops nicht mehr weiterführen.

 

Als Ersatz lade ich alle Interessierten ein, mein Angebot zu einem kostenlosen Erstgespräch zu nutzen.

Zum Beispiel: Wenn Sie in einem Prozess der Veränderung stehen und Fragen auftauchen. Wenn Sie Probleme beruflich haben. Wenn Sie Orientierung brauchen für Ihr berufliches Weiterkommen bzw. Ihr Unternehmen. Dieses kostenlose Erstgespräch soll Ihnen helfen Klarheit über nächste Schritte zu bekommen. 

Nächste Lesung aus meinem neuen Buch Rucksackgeschichten® am: 8.Oktober 2015 Buchhandlung Haas Europa Allee 6 8160  Weiz um 19,30 Uhr

Ihre Ingeborg Berta Hofbauer 

 

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Allein auf dem Jakobsweg durch Tirol


Spontan breche ich Anfang August auf, um eine Woche alleine unterwegs zu sein. „Ich gehe meinen Pilgerbruder Sieghard in Innsbruck besuchen“. Im wahrsten Sinne des Wortes und auf dem Tiroler Jakobsweg. Mit meinem bewährten Rucksack und leichtem Gepäck.
Mit der Bahn fuhr ich von Bruck an der Mur nach St. Johann in Tirol und von dort startete ich beim Römerhof. Diese erste Tagesetappe war, was die Landschaft angeht, traumhaft schön. Doch leider führt der Jakobsweg vorwiegend auf Radrouten, und die sind zum Großteil asphaltiert. Vier Tage geht man laut meinem Wanderführer nach Innsbruck bei durchschnittlich 30 Kilometer am Tag. Bereits nach dem ersten Tag wusste ich, dass diese Routenplanung nicht zu mir passte. Dies bedeutete meine eigene Routenführung zu planen.
Eine wichtige Erfahrung beim Pilgern ist immer wieder die, dass Routen, die andere vorgeben nicht unbedingt zu einem passen müssen.

Mein Ziel war es, an schönen Stellen zu verweilen, die vielen sakralen Schätze, die Tirol zu bieten hat anzuschauen, im Grünen zu picknicken und ganz für mich da zu sein. Deshalb verkürzte ich die Tagesetappen und räumte mir einfach mehr Zeit dafür ein.


Wahrer Reichtum ist, sich die Zeit nehmen zu können, die man braucht


Am ersten Tag endete meine Etappe in Scheffau. Scheffau liegt etwas abseits vom Jakobsweg und die meisten PilgerInnen gehen an diesem Ort vorbei. Was sehr schade ist, denn Scheffau sollte man nicht "rechts" liegen lassen. Es ist ein zauberhafter Ort an einem Berghang gelegen und einem Genussladen neben der Kirche, auf dessen kulinarische Schätze man nicht verzichten sollte. Lange saß ich hier in der Nachmittagssonne bei einem Gläschen Wein und ein paar Genusshäppchen, bevor ich mir mein Nachtquartier suchen ging.

Nachdem mich die resolute Kellnerin im Gasthof „Wilder Kaiser“ mit den Worten abfertigte „Heute sind wir komplett voll“, ging ich einen Kilometer zum Tourismusbüro, um dort ein Zimmer in genau jenem Gasthof zu erwischen, wo ich zuvor abgewiesen wurde. Wieder zum Gasthof zurückgekehrt meinte die, in keiner Weise beschämte Kellnerin:

„Sind’s schon wieder da? Jetzt passt’s“.


Ich hielt mich zurück: erstens weil es mir, ob dieser Plumpheit die Sprache verschlagen hatte und zweitens froh ein Zimmer zu haben. Für mich als Verkaufstrainerin sind solche Erlebnisse immer wieder willkommene Fallbeispiele für meine Seminare.Trotz dieser negativen Ersterfahrung kann ich  den Gasthof „Wilder Kaiser“ empfehlen. Er ist preiswert und bietet ein reichhaltiges Frühstücksbuffet. Die Besitzerin ist überaus freundlich und hilfsbereit, wie sich am nächsten Tag noch herausstellen sollte, denn da regnete es! Ich hatte aufgrund des schönen Wetterberichtes meine Regensachen zu Hause gelassen, um Gewicht zu sparen. Die freundliche Wirtin schenkte mir einen alten Schirm mit dem ich munter draufloswanderte. Der Schirm bewährte sich an diesem Tag gut und für den Rest der Woche brauchte ich ihn nicht mehr, sodass ich mich am nächsten Tag wieder von ihm verabschiedete und ihn in einem Schirmständer „vergaß“.  Der Weg von Scheffau nach Söll führte zunächst steil den Schihang gegenüber hinauf und dann seitlich den Berghängen entlang, vorbei an wunderschönen alten Bauernhöfen und Lochsteinen. Diese Relikte aus alten Zeiten gibt es auch in meiner Heimat im Joglland. Man nimmt an, dass einstmals alte Kultwege und Kultstätten damit markiert wurden. Ein Zeichen, dass der Jakobsweg Tirol zum Teil alten Wegen folgt.

Ich logierte, bis auf drei Nächtigungen in Privatquartieren. Der Vorteil wenn man Privatquartiere wählt ist, dass man  günstig nächtigt. Der Nachteil, dass man es mitunter mit überaus gesprächsbedürftigen UnterkunftsgeberInnen zu tun hat.  Die zweite Nacht verbrachte ich in einem winzigen "Hexenhäuschen" bei einer liebenswerten älteren Frau, die mich mit Geschichten ihrer Familie und ihren Gästen bei einer, für mich extra zubereiteten Abendjause, unterhielt.


Smart-Phone und Booking.com leisten bei der Quartiersuche hervorragende Dienste.



Auch deshalb, weil man über Booking.com für eine Nacht leichter ein Quartier bekommt. Denn das ist, wie bereits oben beschrieben, nicht immer so leicht. Der Weg führte mich durch das Wilder Kaiser Tal. Eine prachtvolle Kulisse, vielen bekannt aus der Serie „Der Bergdoktor“. Going, Ellmau, Söll. Orte, die ihr Angebot voll auf „Bergdoktor“ Strategie ausgerichtet haben. Tausende TouristInnen aus Deutschland pilgern zu den Drehorten. Obwohl dies nicht mein Ziel war, stand ich plötzlich vor der „Ordination“ des Bergdoktors und sie war sogar offen. "Na ja, wenn‘s einem so zufällt" dann macht man eben ein paar Fotos mit der lebensgroßen Pappfigur des Bergdoktors (Hans Siegl) und stellt es....natürlich auf Facebook.

Bei Söll endet das Tal des Wilden Kaisers und mündet bei Wörgl in das Inntal. Der Weg führt zum Teil im Tal und  seitlich an den Hängen entlang  durch reizende Orte, an malerischen Bauernhäusern vorbei. Zu meinem Leidwesen auf asphaltierten Nebenstraßen, die auch von FahrradfahrerInnen und Motorrädern frequentiert wurden. Obwohl man weiter oben wandert, hört man permanent das Brummen der Inntalautobahn. Den ganzen Weg über verließ mich dieses Geräusch nicht, was für mich, die die Stille so liebt, sehr gewöhnungsbedürftig war.

Der verflixte dritte Tag brach an.

Um die Mittagszeit hatte ich den Asphalt und die Hitze, die durch ihn verstärkt wurde, dermaßen satt, dass ich ernsthaft überlegte meine Wanderung abzubrechen. Solche Momente befallen einem immer wieder auf Pilgerwanderungen. Von Kleinsöll führte ein schöner Waldweg hinab nach Breitenbach und meine Motivation begann wieder zu steigen.

Plötzlich stand ich vor einem Abbruch.Der Weg war plötzlich nicht mehr da.

Weggerissen von einem Erdrutsch. 10 Meter galt es zu überwinden. Lange stand ich ratlos vor diesem Graben, der  mich drohend anstarrte. Zurück, den Berg hinauf und auf Asphalt einen Umweg gehen, reizte mich überhaupt nicht. Ich legte mich sozusagen bergwärts mit dem Rücken an den Hang und robbte Zentimeter für Zentimeter seitlich hinüber. Währenddessen betete ich inbrünstig und angstvoll um Schutz. Vor allem hatte ich Angst, dass sich eine weitere Mure löste. Mit weichen Knien erreichte ich das andere Ende des Abbruches und nach 200 Metern endete der Wald. Ein Schild „Wanderweg gesperrt“ begrüßte mich. Ich meldete im Gasthaus, dass am Eingang zu diesem Abschnitt weit und breit kein Schild zu sehen war und dies unverzüglich nachgeholt werden müsste.  Im Normalfall gehe ich niemals solche Risiken ein, wenn ich alleine unterwegs bin und ich kann mich dafür auch nicht loben oder dieses Verhalten empfehlen. Es war meine eigene Entscheidung und nur ich hatte Verantwortung dafür zu tragen. Fuer diesen Tag reichte es mir. Das Thermometer zeigte bereits 32 Grad und so nahm ich, die letzten Kilometer nach Rattenberg, den herrlich klimatisierten Bus. Überhaupt sollte man am dritten Tag nur einen halben Tag wandern und ausruhen. Eine alte Weisheit die ich unterstütze.

Rattenberg:

Hier begegnete ich einer großen Heiligen von Tirol.

Die Heilige Notburga. Deshalb für mich interessant, weil sie auf der Außenwand der Kapelle in meinem Heimatort vom bekannten steirischen akademischen Maler Franz Weiss dargestellt worden ist. Erst hier in Tirol erfuhr ich, was es mit dieser sympathischen Volksheiligen auf sich hatte. Sie war eine selbstbewusste Frau, die sich für Arme und Hungernde einsetzte und sehr viel dafür riskierte. Spontan erklärte ich sie im Geheimen zur Schutzheiligen aller Flüchtlinge. Ich besichtigte Rattenberg, diese alte historisch wertvolle Glasstadt. In einem Kunstladen kaufte ich mir einen kleinen mundgeblasenen Esel. Irgendwann möchte ich mit einem Esel zu einer Pilgerwanderung aufbrechen. Sehenswert in Rattenberg ist natürlich die Kirche und ein Museum für Volkskunst. Einen Spaziergang durch die Innenstadt mit den vielen kleinen Kunstläden sollte man nicht auslassen. In einem kleinen Hotel 2 km außerhalb genoß ich den Rest des Tages schreibend und lesend.

Smartphone und E-Book-Reader gehören zu meiner Grundausstattung beim Pilgern.

Wie oft half mir Google-Map, wenn die Wegbeschreibung verwirrend oder kein Wegweiser zu finden war.
Den vierten Tag meiner Wanderung startete ich früh am Morgen und kam rasch voran. Über St. Gertraudi nach Straß im Zillertal und hinauf nach Maria Brettfall. Dieser Weg wird als Variante zum Jakobsweg geführt. Maria Brettfall ist ein kleines Wallfahrtskirchlein hoch oben über dem Zillertal. Sie auszulassen kam für mich nicht in Frage. War ich doch auf einer Pilgerwanderung und nicht auf einem "Leistungstrip".

Pilgern ist nicht wandern. Pilgern ist eine Reise nach Innen, um sich selbst und vielleicht auch Gott zu begegnen. Heilige Orte, wie Kapellen und solche alten Pilgerstätten, wie Maria Brettfall unterstützen und begleiten die PilgerInnen auf dieser Suche. Wieviel Kilometer man täglich geht ist dabei Nebensache.

Der Anstieg bei 32 Grad zur Kirche hinauf war eine Herausforderung. Der österreichische Schriftsteller Peter Handke schrieb einmal, dass bergaufgehen gut für die Seele sei und ich fing an Gebete vor mich hin zu murmeln, alles was mir so einfiel. Der Aufstieg wurde dadurch tatsächlich leichter, weil ich mich auf etwas anderes konzentrierte und bald schon stand ich oben vor der kleinen Kirche, die "Maria Heimsuchung" geweiht worden war. Wie mir später Pater Raphael im Kloster Fiecht erzählte, pilgerten seit jeher unverheiratete Frauen dahin, um für einen Ehemann zu beten. Nach einer Andacht im kühlen Inneren der schönen Kirche, gönnte ich mir meinen Radler und eine Tiroler Speckknödelsuppe. Weiter ging es über die „Burg Rattenburg“, wo Notburga gewirkt hatte, hinunter nach Jenbach. Brütende Mittagshitze überfiel mich im Tal. Mein Wanderführer beschrieb den Weg durch Jenbach auf die andere Seite, wo der Jakobsweg weiterging. Ich hingegen beschloss, dass es intelligenter sei, den klimatisierten Bus durch diese Industriestadt zu nehmen, um auf der anderen Stadtseite den Weg zum Kloster Fiecht fortzusetzen.
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass Frauen anders pilgern als Männer. Frauen nehmen besser ihre Umgebung wahr, sind achtsamer ihren eigenen Bedürfnissen gegenüber und schenken der spirituellen Seite mehr Beachtung. Männer machen in erster Linie Kilometer und messen sich und einanander daran. (Sorry liebe Pilgermaenner es gibt natürlich Ausnahmen)



  „Vielleicht schreibe ich einen Pilgerführer für Frauen“.

 

Diese Idee geistert schon lange in meinem Kopf herum. Erschöpft kam ich am späten Nachmittag im Kloster Fiecht an, nach einer abenteuerlichen „Abkürzung“, die mir ein Einheimischer empfohlen hatte.
„Frage nie Einheimische nach dem Weg“, sagte Pfarrer Andreas Lechner, der Vortragende für Orientierung, bei meiner Pilgerführerausbildung. Wie Recht er hatte.

Die Übernachtung in einem Kloster ist für mich ein MUSS auf jeder Pilgerreise. Die Vesper am Abend, ein ruhiges Abendessen in angenehmer Gesellschaft und bei schönen Gesprächen mit anderen Gästen oder PilgerInnen sind jedes Mal wertvolle Erinnerungen. Nach einer Gewitternacht, die ich in wohliger Geborgenheit meines großen Zimmers mit Ausblick auf das Inntal verbrachte, brach ich am nächsten Morgen nach der Laudes und einem anregendem Frühstücksgespräch mit Pater Raphael  auf zum Kloster St. Georgenberg. Es ist der älteste Wallfahrtsort Tirols und einer der schönsten Orte, die ich je gesehen hatte. Von Stans aus steigt man durch die Wolfsschlucht hinauf. Mein Weg führte vom Kloster Fiecht hinauf. Der Weg nach St. Georgenberg darf man einfach nicht auslassen.


Das Meteora von Tirol könnte man dieses kleine Kloster hoch oben in den Bergen bezeichnen.

Lange weilte ich in der Klosterkirche und genehmigte mir im Anschluss auf der herrlichen Terrasse, unter alten Kastanienbäumen, meinen obligatorischen Radler, diesmal bei einer Tiroler Kaspressknödelsuppe, bevor ich weiterging nach Terfens, wo die Hitze mich niederstreckte. Meine Quartiergeberin Agnes Knapp holte mich mit ihrem Auto ab und ich verbrachte meinen letzten Abend auf einem einsamen Hof inmitten von Wiesen und Wäldern wieder lesend, schreibend, nachdenkend und schauend.

Beim Pilgern bekommt die Zeit eine völlig andere Dimension. Man weiß nie welches Datum gerade ist, ob Montag oder Dienstag. Es ist nicht so wie es vielfach heißt, dass man aus der Zeit fällt - nein - ich finde, da fällt man erst recht in die Zeit hinein. So intensiv nimmt man jede Minute und Stunde des Tages war.

Aus der Ferne grüßten mich die Zinnen der Nordkette, die rosa am Abend leuchteten.  Ganz früh am nächsten Morgen brach ich auf, nach einem ausgiebigen Frühstück und einem sehr netten Gespräch mit meiner Zimmerwirtin. Ein Waldweg führte zum Kloster St. Martin. Von dort ging der „Besinnungsweg“ weiter durch kühle Wälder nach Absam. Am Ortseingang von Absam half mir Google-Map den kürzesten Weg nach Hall in Tirol zu finden, denn dieser Tag versprach wieder Rekordhitze. Hall wird ebenfalls als Wegvariante, abseits des Hauptweges geführt, obwohl diese Stadt uralt ist und sicher einst von PilgerInnen aufgesucht wurde. Auch ich wollte dies tun.


Hall i.T. ist der älteste Ort Tirols und absolut sehenswert.



Die Altstadt ist phantastisch, wie eine Filmkulisse. Leider wird die Kirche gerade renoviert und war deshalb gesperrt. So schlenderte ich in dieser mittelalterlichen Altstadt umher und  kleidete mich neu ein. Für mein „Rendezvous“ mit Innsbruck und meinem Pilgerbruder Siegi. Im kühlen Schatten im Zentrum der Altstadt saß ich in einem alten Gasthof und genoss bei einem guten Essen das Treiben um mich herum. Ich hatte viel Zeit und ich genoss das Schauen und das Beobachten.


In solchen Momenten fühle ich mich immer als Zuschauerin in einem Bühnenstück.
Das sind jene Momente, die ich unglaublich genieße und die man nur deshalb so intensiv wahrnehmen kann, weil man ganz allein ist.

 

Nach meinem ausgiebigen Besuch in Hall setzte ich mich in den kühlen klimatisierten Bus nach Innsbruck. Der Vorstellung, in dieser Hitze durch die Vorstädte und das Einzugsgebiet einer Großstadt zu latschen, konnte ich nichts abgewinnen. Der Jakobsdom in Innsbruck ist sehr beeindruckend. Nachdem ich Kerzerl für meine Lieben angezündet hatte, sass ich noch lange in ihrem Mauerschatten und  fand dann mit Hilfe meines Smartphone‘s und Google-Map mein Hotel, das Zach, ein preiswertes schönes Stadthotel in der Nähe des Zentrums. Den Abend verbrachte ich allein im Stiftskeller bei einem guten Bier, Weißwurst und Brezel, meinem Tagebuch und den schönen Erinnerungen an die letzten Tage.

Zum Frühstück war ich mit meinem Pilgerbruder Sieghard im Cafe Zentral verabredet. Es gab viel zu erzählen und wir schmiedeten Pläne. Gemeinsam wollen wir nächstes Jahr den Benediktusweg in Italien von Norcia nach Montecassino gehen. Ein gemeinsamer Traum, den jeder von uns schon lange hegt. Nachdem wir mit einem Glas Prosecco darauf angestoßen hatten, brachte Siegi mich noch zum Bahnhof und trug galant meinen Rucksack.

10 Erkenntnisse zum Abschluss

  1.     Finde Wege die zu dir passen
  2.     Smartphone und E-Book-Reader sind wertvolle Begleiter, wenn man als Frau allein unterwegs ist
  3.     Lasse dich von allgemeinen Glaubenssätzen zum Thema Pilgern nicht verwirren.
  4.     Abseits der in Wegbeschreibungen vorgeschlagenen Routen sind oft die wahren Schätze zu finden
  5.     Schärfe deine Intuition, höre auf deine innere Stimme
  6.     In Privatquartieren ist man näher an den Menschen dran als in Hotels
  7.     Geht man nicht achtsam mit sich um, kann sich das fürchterlich rächen (z.B. Missachtung der Hitze)
  8.     Allein sieht man mehr, hört man mehr, erlebt man mehr
  9.     Gib dem Weg die Möglichkeit dich zu beschenken und plane nicht alles durch
  10.     Und immer wieder "vertraue". Du bist beschützt.


Mehr über meine Pilgerwanderungen und mein Leben im Sowohl-als auch in meinem neuesten Buch Rucksackgeschichten® Sowohl-als auch - Anleitung zur Mutkomptenz.  www.mutkompetenz.at

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Veröffentlicht von am in Ein Rucksack voller Leben

"Wenn ein alter Mensch stirbt, dann stirbt eine Bibliothek".

Dieses afrikanische Sprichwort lese ich auf einer Wanderung von Wenigzell nach St. Jakob im Walde. Wie so oft bin ich allein unterwegs und kann über diesen Satz nachdenken. Es ist ein schöner Satz. Dahinter steht Weisheit, Erfahrung, Güte, Geborgenheit, Liebe. Aber auch Demütigung, Verletzung, Beleidigung, Hass. Ich denke an meine Eltern, die nun am Ende ihres Lebens sind. Ja, auch mit ihnen werden Bibliotheken gehen. Ich liebe Bücher und vor allem liebe ich Bücher, deren Sprache mich begeistert. Es ist jedes Mal als würde ich einen Schatz heben, wenn ich eines dieser Bücher lese. Über die Sprache wird so vieles vermittelt. Unbewusst prägt sie uns und hinterlässt ihre Spuren. Doch immer mehr Wörter gehen verloren.

Die Social Media Generation hat neue Wörter erfunden und alte wichtige Wörter vergessen. Gefährlich für unsere Seele wird es jedoch, wenn Wörter wie:

Liebe, Mitgefühl, Zärtlichkeit, Dankbarkeit, Hingabe, Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Mut, Respekt, Fürsorge und andere ermutigende Begriffe verlorengehen.  Denn diese Begriffe und Wörter wurden uns von weisen Menschen geschenkt, die uns ihre Bibliothek hinterlassen haben. Es sind Wörter, die Generationen von Menschen über furchtbare Zeiten begleitet haben.  Wörter, die Licht in das Dunkel der Hoffnungslosigkeit bringen.
Wir sollten bewusst diese Wörter verwenden und wieder zum Leben erwecken, damit durch sie frisches klares Wasser in unsere Seelen fließen kann.  

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Veröffentlicht von am in Ein Rucksack voller Leben

 

 

Frauen können deshalb nicht mit viel Geld umgehen, weil sie viel zu lange mit wenig Geld haben umgehen müssen

Wie kann man wirtschaftlich erfolgreich sein und trotzdem ein spirituelles Leben führen?

Bei meinen Verkaufsseminaren, vor allem für Ein-Personen-Unternehmen - und - vor allem für Frauen, komme ich nicht an den Glaubenssätzen zum Thema Geld und Erfolg vorbei.
Vor allem Frauen trauen es sich nicht zu, über viel Geld nachzudenken, bzw. viel Geld verdienen zu wollen, weil sie über Jahrhunderte mit wenig Geld haben umgehen müssen.
Ich bin als Tochter eines Unternehmers aufgewachsen und habe dadurch einen etwas anderen Zugang zu Geld. Ich habe keine Angst vor Geld und sobald ich eines verdiene, investiere ich es in Projekte, wie zum Beispiel mein neuestes Buch. Geld zu horten ist nicht mein Ding. Ich investiere.

Welche Glaubenssätze hindern uns daran viel Geld zu verdienen?

  • Einer  Reicher kommt nicht ins Himmelreich
  • Geld verdirbt den Charakter
  • Geld allein macht nicht glücklich
  • Ich möchte so viel verdienen, dass es zum Leben reicht
  • Ich habe ein schlechtes Gefühl dabei, viel Geld für meine Dienstleistung zu verlangen
  • Wenn ich zu teuer bin, können sich viele Menschen mein P/DL nicht mehr leisten
  • Ich mag mich nicht mit Geld beschäftigen
  • Man kann nicht viel Geld verdienen und sich gleichzeitig spirituell weiterentwickeln
  • Ich traue mich nicht, mehr Geld zu verlangen, aus Angst, Kunden und Aufträge zu verlieren
  • Die inneren Werte sind wichtiger als Geld
  • Kapitalisten sind Ausbeuter und schlechte Menschen
  • Was ich tue ist nichts Besonderes, dafür verlange ich kein Geld
  • Ich will ja nicht reich sein, es soll halt reichen, damit ich ein sorgenfreies Leben führen kann.


Finden Sie sich in einer oder mehreren dieser Aussagen wieder?

Wenn ich mit so einer Haltung in ein Verkaufsgespräch gehe, dann darf es nicht wundern, wenn KundInnen Preise drücken. Die wichtigste Übung bei einem Verkaufsseminar für Frauen und Ein-Personen-Unternehmen ist jene, die eigene Einstellung zum Thema Geld zu hinterfragen und umzuformulieren. Dieses Übungsprogramm muss jedoch über Wochen permanent gemacht werden, sonst fällt man wieder in die alten Denkmuster, über sein Verhältnis zu Geld zurück.


Sollten Sie die folgenden Fragen aufregen, dann lesen Sie nicht weiter:


1.    Frage: Was bin ich wert? Bitte in Zahlen ausdrücken. 100.000, 200.000, 1 Million Euro? Warum nicht? Und warum verdienen Sie keine Million im Jahr?
2.    Frage:   Was würde ich mit einer Million Euro machen? Ein soziales Projekt unterstützen, in ein Nachhaltigkeitsprojekt investieren, Flüchtlingen helfen, In Nepal investieren?
3.    Wieviel kann ich jetzt schon in eines dieser Projekte investieren
4.    Mache es!


Diese vier Schritte sollen Ihnen zeigen, dass man zuerst investieren muss, um später etwas zurückzubekommen. Es ist ein karmisches Prinzip. Mehr dazu in einem hochinteressanten Buch von Geshe Michael Roach „Der Diamentenschneider“

Geld ist neutral und nach Michael Roach „leer“. Es ist einzig allein unsere Entscheidung, auf welche Weise wir dieses Potenzial von Geld nützen.


Zurück zu den Glaubenssätzen:


5.    Schritt: Formulieren Sie einen starken Glaubenssatz:

Ich bin Spezialistin auf meinem Gebiet und mein Angebot hat großen Wert. Es gibt genug KundInnen für mein Angebot und sie bezahlen meinen Preis.“


6.    Schritt: Erhöhen Sie Ihren Preis um mindestens 100 %


7.    Erarbeiten Sie ein klares Kundenprofil, damit Sie Sog erzeugen


-    Wer sind Ihre Zielkunden (Alter, sozialer Status, Geschlecht etc.)
-    Was ist das größte Problem dieser Zielkunden?
-    Mit welchem Nutzen Ihres Angebotes können sie dieses Problem lösen?


8.    Bieten Sie keinen Bauchladen, sondern stellen Sie sich spitz auf. Das heißt für ein bestimmtes Problem bei Ihren Wunschkunden können Sie Nutzen stiften.


9.    Kommunizieren Sie dies in all Ihren Marketingaktivitäten


"Ich bin es wert viel Geld zu haben, denn ich setze es so ein, dass andere Menschen Nutzen daraus ziehen" b2ap3_thumbnail_240_F_83968280_pVbqpGD7redNRF8jNGDYdaxkOvGSLpw1.jpg

Mit diesem Glaubenssatz beschließe ich diesen Blog.

Mehr zum Thema Sowohl als auch - Anleitung zur Mutkompetenz in meinem Buch.

 http://www.mutkompetenz.at/

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VERTRAUENSBRUCH

Ist das Thema,das die Kundenwelt seit 2008 nachhaltig verändert hat.

Vertrauen ist eines unserer Urmuster und wir kommen bereits damit ausgestattet auf die Welt. Wird unsere Vertrauensfähigkeit im Kindesalter missbraucht, tragen wir nachhaltige Schäden davon.

Diese Erkenntnis kann eins zu eins auf die Geschäftswelt übertragen werden. Kaum jemand von uns hätte sich vor 2008 vorstellen können, dass unsere Banken in Österreich zusammenbrechen, unsere Vorsorgeprodukte entwertet und unsere Pensionen und Krankenabsicherungen einmal gefährdet sein könnten. Inzwischen wissen wir, dass es theoretisch möglich wäre und unser Vertrauen in diese Institutionen ist nachhaltig gestört.

Ein Urmuster in uns wurde zerüttet und zwar nachhaltig, diesen Umstand sollte man sich langsam Wort für Wort zu Gemüte führen.

Als Verkaufstrainerin erwarten meine KundInnen von mir, dass ich ihnen helfe Umsätze zu steigern und Margen zu erhöhen.

Zu leicht wird dabei übersehen, dass nicht der Markt die mangelnde Kaufkraft und die Krise an rückläufigen Zahlen schuld sind, sondern schlicht und einfach mangelndes Vertrauen von Seiten der KundInnen.

An welchen Schrauben gilt es nun zu drehen, damit KundInnen zu Ihnen kommen?

  • Noch aggressivere Werbung?
  • Noch mehr Online Marketing?
  • Noch bessere Preise?
  • Noch mehr kostenlose Veranstaltungen?

Diese Strategien stoßen zunehmend auf Abwehrmechanismen beim Kunden. Die Filter, die es zu durchdringen gilt, werden immer dichter. Das Kaufverhalten der KundInnen ist nicht mehr durchschaubar. Trotz Pseudo-Neurowissenschaftlicher Seminarinhalte.  

Kürzlich wurde ich in einem Seminar gefragt bei wem ich Fan sei. Der Vortragende meinte, für welches Produkt bzw. für welchen Anbieter ich mich als Fan und nicht nur als Kundin outen würde. Eine gute Frage über die ich lange nachdachte, bis mir ein Anbieter einfiel.

Dieses Unternehmen und sein Gründer ist ein Beispiel dafür, wie man ohne viel Werbung, aber mit persönlichem Engagement für KundInnen, MitarbeiterInnen und Umwelt, vom Einzelkämpfer zum Globalplayer wird.

Yvon Chouinard, der Gründer des Outdooranbieters Patagonia, dessen Unternehmenskonzept darauf beruht, die Interessen und Bedürfnisse seiner KundInnen und zwar kompromisslos in den Mittelpunkt jeglichen Handelns zu stellen. Derjenige, der seine „Mitarbeiter surfen schickt, wenn die Welle gut ist“ und der einen wesentlichen Teil seines Umsatzes für aktiven Umweltschutz  verwendet.

Folgende Zitate sind aus seinem Buch „Lass die Mitarbeiter surfen gehen“ entnommen und können durchaus für das eigene Business übernommen werden: 

  1. „Die besten Unternehmen bieten eine schmale und sehr gute Auswahl an Produkten an“
  2.  „Kompromisslose Garantie“
  3. „Wir behandeln Kunden mit Respekt“
  4. „In unserer sich verändernden Welt, können wir nicht davon ausgehen, dass in der Vergangenheit eingeschlagene Wege, auch für die Zukunft angemessen sind“.
  5. „In der Vergangenheit haben Rezessionen unsere Mitbewerber getroffen und Kunden zu uns geführt, weil die Menschen weniger leichtfertig in ihren Käufen wurden. Sie waren bereit, mehr für Produkte zu zahlen, die nicht unmodern werden und von lange anhaltender Qualität sind“.
  6. „Unsere Werbetexte halten sich an Tatsachen und unsere Philosophie und appellieren nicht an die Eitelkeit, Habgier oder Schuld unserer Kunden“.
  7. „Es gibt kein Geheimrezept, wie man ein tolles Einzelhandelsgeschäft führt. Es verlangt lediglich harte Arbeit und großartigen Kundendienst“.
  8.  „Wir möchten Vertrauenswürdigkeit lieber verdienen als sie kaufen“.
  9. „Die besten Quellen für uns sind die mündliche Empfehlung von einem Freund oder eine positive Darstellung in der Presse“.
  10. „Anzeigen zu schalten gilt bei uns als letzter Ausweg“.
  11. „Wir denken, dass KundInnen ihr Leben vertiefen und vereinfachen wollen, statt es zu verschwenden und dass sie es satt haben, das Ziel aggressiver Werbung zu sein“.
  12. „Gewinne zu machen ist nicht unser Ziel. Denn der Zen-Meister würde sagen, dass Gewinne geschehen, wenn Sie alles andere richtig machen“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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Die Generation Y - Definition nach Wikipedia

"Die Generation Y gilt als vergleichsweise gut ausgebildet, oft mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss. Sie zeichnet sich durch eine technologieaffine Lebensweise aus, da es sich um die erste Generation handelt, die größtenteils in einem Umfeld von Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen ist. Sie arbeitet lieber in virtuellen Teams als in tiefen Hierarchien. Anstelle von Status und Prestige die Freude an der Arbeit sowie die Sinnsuche Zentrum. Mehr Freiräume, die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, sowie mehr Zeit für Familie und Freizeit sind zentrale Forderungen der Generation Y: Sie will nicht mehr dem Beruf alles unterordnen, sondern fordert eine Balance zwischen Beruf und Freizeit. Nicht erst nach der Arbeit beginnt für die Generation Y der Spaß, sondern sie möchte schon während der Arbeit glücklich sein – durch einen Job, der ihr einen Sinn bietet. Sie verkörpert einen Wertewandel, der auf gesellschaftlicher Ebene bereits stattfindet, den die jungen Beschäftigten nun aber auch in die Berufswelt tragen."

Ich begegne immer mehr jungen Menschen der sogenannten Generation Y.  Selbstbewusst, das heißt ihres Wertes bewusst, pfeifen sie auf alte Glaubensmuster und vorgegebene Strukturen. Sie fragen nicht: “was kann ich tun, damit Sie mich einstellen?“, sondern „was tun Sie für mich, dass ich bei Ihnen arbeite?“ Und genau hier beginnt das Dilemma. Das Lebenskonzept dieser neuen Generation, wie eingangs treffend beschrieben, wird aus meiner Sicht von den Verantwortlichen in  Wirtschaft und Politik grob fahrlässig  unterschätzt. Selbst ich mit meinen 54 Jahren würde mich nie mehr in eine starre Unternehmensstruktur eingliedern wollen, wo ich meine Kreativität zur Erfüllung, des  an mich gerichteten Auftrages, an der Eingangstür abgegeben habe und innerhalb einer starren Unternehmensstruktur zur Erfüllungsgehilfin verkomme. Ich verstehe sie sehr gut, diese jungen, meist top ausgebildeten Menschen. Verkrustete Unternehmenskonzepte, konditioniert durch eine  Jahrhunderte lange  Wertevorstellung wie: “wer zahlt, der schafft an, am Ende des Tages zählt das Ergebnis, hire an fire, Shareholder Value etc.“. Mit dieser Haltung werden die Verantwortlichen Chefs, CEO’s, Vorstände und Personalverantwortlichen in Zukunft immer schwerer erstklassige MitarbeiterInnen finden. Natürlich gibt es nach wie vor BewerberInnen, die sich klaglos in diese bestehenden Strukturen einordnen. Je nach individueller Prägung durch Elternhaus und  Einflüsse von außen.

Hatten früher Universitäten die Aufgabe junge Studierende zu freien Denkern und Wissenschaftlern heranzuziehen und für ihre Aufgaben in der Gesellschaft vorzubereiten,  übernehmen heute zunehmend die Fachhochschulen diese Vorbereitung – und zwar ausschließlich für die Aufgaben in der Wirtschaft.   Es drängt sich mir  der Verdacht auf, dass der Fokus an den Fachhochschulen jener ist, hoch belastbare und angepasste zukünftige MitarbeiterInnen  zu formen. Mit Sorge beobachte ich auch, welcher Wertewandel damit einhergeht und wie sich unbemerkt die Gesellschaft analog dazu verändert. Das äußert sich allein schon an der Tatsache, wie Forschung und Wissenschaft in Österreich von der Gesellschaft bewertet wird.

Deshalb zählt die Generation Y für mich zu den Hoffnungsträgern. Denn sie sind alles andere als angepasst.

Aufgrund der oben beschriebenen Tatsachen, wollen sich vermehrt viele  junge Menschen selbstständig machen. Auch dafür haben  Politik und die Wirtschaft keinerlei Konzepte. Ganz im Gegenteil. Selbstständige werden vielfach noch immer als „die bösen Kapitalisten“ betrachtet und mit Belastungen finanziell und administrativ überhäuft. Deshalb ist es für diese neuen Selbstständigen wichtig,  ihre Ziele in einem Reflektionsprozess, z.B.  über ein Coaching zu überprüfen. Der Vorteil dabei ist, mehr Klarheit zu bekommen und Klarheit ist das beste Fundament für jede Entscheidung.  

Ingeborg Berta Hofbauer Dipl.Coach 

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Veröffentlicht von am in Ein Rucksack voller Leben

 „Ich habe keine Zeit“ – ein Standardsatz. Wer das sagt meint, dass er oder sie keine Zeit für etwas hat, weil sie oder er eben mit etwas anderem beschäftigt ist.  Diese Sätze wirken jedoch wie Selbsthypnose, denn wir fühlen es irgendwann tatsächlich, als hätten wir keine Zeit für das, was uns wichtig ist.

 Um sich selbst auf die Spur zu kommen schlage ich vor, das Wort „Zeit“ mit dem Wort „Leben“ auszutauschen. „Ich habe kein Leben?“  „Ich leide unter Lebensknappheit?“ „Ich habe Lebensprobleme?“. Unser Denken und  Sprechen über Zeit verführt uns, die dahinterliegenden tatsächlichen Themen nicht zu erkennen. Was ist meine Vision eines erfüllten und gelungenen Lebens, was sind meine nächsten Ziele, was ist mir wichtig? Was begeistert mich, wofür verwende ich meine Kraft und meine Energie?

 Wenn wir sagen „wir haben keine Zeit“, dann scheint es, als sprächen wir von etwas, das außerhalb von uns liegt. Wir können bequem die Verantwortung an dieses Außen abgeben. Wenn wir sagen „wir haben kein Leben“, dann sprechen wir von uns. Wollen wir die Verantwortung über unser Leben übernehmen oder doch lieber von außen  fremdbestimmt  bleiben?  Es geht um Entscheidungen und das ist in einer Welt der vielen Möglichkeiten keine leichte Sache.  Unser Denken und Sprechen über die Zeit verdeckt die Realität: „Zeit gewinnen“, „Zeit verlieren“, „Zeit finden“, „Zeit sparen“.  Haben wir wirklich Zeit „verloren“, wenn wir eine Stunde gewartet haben? Wir haben ja trotzdem gelebt? Die entscheidende Frage ist, wie wir diese Stunde verbracht haben? "Kein Problem", sagen nun manche, mit Smartphone und co. lässt sich auch diese Stunde totschlagen.

  „Zeit totschlagen“, „ Leben totschlagen“?  Zugegeben mit Hilfe der Sozialen Netzwerke können wir überall sein und das gleichzeitig. Meine Befürchtung dabei ist, dass  unsere Seelen dabei irgendwo auf der Strecke bleiben.  Dazu fällt mir die Legende ein, in der ein Missionar mit seinen einheimischen Trägern durch den Urwald hastete. Er wollte so schnell wie möglich in das Dorf der Einheimischen, um die Seelen der Menschen zu retten. Am dritten Tag streikten  plötzlich die Träger und wollten partout nicht mehr weitergehen. Auf die Frage des Missionars nach dem Warum des Widerstandes, antwortete der Anführer der Gruppe. „Wir müssen noch warten bis unsere Seelen nachgekommen sind“.

 Zeitkunst, Lebenskunst heißt für mich den Mechanismus, der durch das Denken und Sprechen über die Zeit entsteht, zu durchschauen.  Einfach stehenzubleiben und auf das  hinzuschauen was uns treibt, bis zur Atemlosigkeit treibt. Angenommen wir bekommen heute tausend Euro geschenkt, dann sind wir überrascht und erfreut. Wenn uns das morgen wieder passiert, wahrscheinlich auch. Wenn das eine Weile so weitergeht, haben wir deshalb ein Recht darauf, diesen Umstand als Selbstverständlichkeit zu betrachten? Wenn wir das glauben, dann wird es uns ziemlich schlecht gehen, sollten wir die tausend Euro plötzlich nicht mehr bekommen. Die klügere Haltung wäre, sich an jedem Tag über die tausend Euro zu freuen, in dem Wissen, dass es eines Tages vorbei sein wird.

 Wie sieht das nun mit unserer Zeit aus? Haben wir ein „Anrecht“ auf zukünftige, noch vor uns liegende Zeit? Ist es wirklich selbstverständlich, morgen wieder einen Tag „geschenkt“ zu bekommen und können wir dieses Geschenk entsprechend würdigen? Unser Kopf ist rund und wir können jeder Zeit die Denkrichtung ändern. Statt zu klagen, dass die Zeit „immer schneller vergeht“, können wir  jeden Tag staunen und uns freuen, dass Zeit immer und immer wieder neu „entsteht“. Das ist fülleorientiertes Denken. Denken und sprechen wir hingegen davon, wie „schnell die Zeit vergeht“, denken wir mangelorientiert. Es liegt an uns, wie wir über die Zeit denken und sprechen.  Es ist allein unsere eigene Entscheidung.

 

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Ingeborg Berta Hofbauer

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 Das Reise- und Wanderjahr 2015 hat begonnen….

 …und das inspiriert mich zu diesem Blog. Dabei drängt sich mir das Wort „Slow-Travel“ auf. Nach dem gleichnamigen Buch von Dan Kieran. Darin geht er zu Beginn dem Wort „travel“ nach. Das englische Wort „travel“ geht angeblich auf einen Begriff zurück, der ein dreizinkiges Folterinstrument bezeichnete.

Blaise Pascal meinte, das alles Unglück der Welt daher rührt, dass der Mensch nicht eine Stunde lang still in einer Kammer sitzen kann. Sobald der Mensch das Haus verlässt, fängt der Ärger an. Demzufolge klingt Reisen nicht nach Erholung, eher nach Plage. Einmal ganz ehrlich: der Stress vor Reiseantritt (dies und das ist beruflich und privat noch zu erledigen), das frühe Aufstehen, um am Flughafen rechtzeitig einzuchecken, der Transfer, die Mitreisenden, das Essen im Flugzeug, der Ärger darüber, weil vor dem Zimmer mit Meerblick ein Baukran die Sicht verstellt und der Traumstrand ein überfüllter Alptraum ist, auf dessen Liegen unsere Nachbarn mit Platzhirschgehabe, um 5 Uhr morgens  ihre Badetücher verteilen. Da  könnte man dem Foltergedanken beinahe etwas abgewinnen.

Ich selbst verzichte seit Jahren auf diese Art von Urlaub. In den Anfängen war Reisen und Müßiggang  eng miteinander verbunden. Goethes „Italienische Reise“ über viele Wochen und Monate mit der Kutsche, die ihm zu schnell war oder Robert Louis Stevenson (der Autor der Schatzinsel und Robinson Crusoe) und seine berühmte „Wanderung mit einem Esel durch die Cevennen“. Die vielen Wander- und Pilgerbücher der Gegenwart zeugen von einer Art und Weise des Reisens, die den Geist und die Seele nährt und nicht betäubt. Ich betrachte mich als Teil jener Menschen, die eine Abneigung  gegen vieles, was heutzutage als Urlaub verkauft wird, hat.

Ist Reisen Philosophie oder Flucht? Wird man nicht durch Luxushotels eher abgestumpft und spürt man in einer schlichten Unterkunft plötzlich sich und das Leben viel intensiver?

Trauern wir Midlife-Boomers (50-60) nicht jener tollen Zeit mit 20 nach, wo wir mit einem alten VW Käfer über die Autoput durch Jugoslawien nach Griechenland bullerten? Ohne Klimaanlage mit einem kleinen Schiebedach und bei jeder Tankstelle knisterte im Hintergrund die Angst, ausgeraubt oder überfallen zu werden? Belgrad, Skopje, Nis‘ und dann die griechische Grenze, nach deren Überquerung die Straße links und rechts von Oleanderbüschen gesäumt war? Das war Abenteuer, das war pralles Leben, das war SEIN.

Im Gegensatz zum heutigen Urlaub, der auf HABEN und EINVERLEIBEN orientiert ist.  Viel um wenig Geld. Das ist die Devise. Kürzlich war ich in Florenz. Natürlich mit der Bahn, erreichte ich gut ausgeschlafen, mit einem köstlichen Frühstück versorgt, am Morgen den Bahnhof im Zentrum von Florenz. Ich schwelgte 4 Tage in Kunst und Kultur und Müßiggang. In Europa reise ich vorwiegend mit dem Zug. Das langsame Annähern macht das Gefühl des Reisens aus.

Da fällt mir die Geschichte jenes Missionars ein, der seine Träger drängte weiterzugehen, weil er so schnell wie möglich in das Eingeborenendorf wollte, um dort Seelen zu retten. Die Träger, die partout nicht weiterwollten antworteten: “Wir müssen noch warten, denn unsere Seelen sind noch nicht hier angekommen“. Das Wandern ist deshalb die edelste Form des Reisens, denn hier kann die Seele mithalten. Das Jahr 2015 wartet auf uns und viele schöne Reiseziele ebenfalls. Vielleicht gehören auch Sie schon bald zu den Müßiggängern und wahren Reisenden.

Ihre Ingeborg Hofbauer

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„Lieber keine Entscheidung treffen ist auch eine Entscheidung“.

Dieser Glaubenssatz scheint zum Dogma unserer Zeit erhoben worden zu sein. Ein Unternehmen mit einem nicht unermesslichen Problem, muss sich für eine neue Verkaufsstrategie entscheiden. Innerhalb einer Woche sollte ich ein Konzept erstellen. Ich investierte dafür 3 Tage und 2 Nächte.  Das war im Juli. Im Oktober war noch immer keine Entscheidung getroffen. Weder für noch gegen mein Konzept.  Die Freundin einer Bekannten war unglücklich in ihrem Beruf und jammerte jahrelang ihrer Freundin deshalb die Hucke voll. Plötzlich bekam sie ein Angebot für ihren Traumjob, der mit einem Wohnungswechsel verbunden war. Sie konnte sich nicht entscheiden und zögerte so lange, bis der Job weg war.  Meine Bekannte hatte den Eindruck, dass ihre Freundin darüber sogar erleichtert war, dass ihr die Entscheidung abgenommen wurde.  Meine Ausschreibung für Seminarwochenenden zum Selbstcoaching, wo es u.a. um Entscheidungen treffen und Ziele setzen geht, wird zwar den Rückmeldungen zufolge begeistert aufgenommen, doch nur wenige melden sich tatsächlich an. Warum? Einigen ist es zu teuer, ok das ist ein stichhaltiges Argument. Da rate ich anzusparen, die Seminare finden mehrmals jährlich statt. Andere meinen, dass man mit diesem Geld eine Städtereise machen kann.  Auch zu verstehen. Sich gegen das Seminar und für eine Städtereise zu entscheiden finde ich super. In beiden Fällen tun sie etwas für ihr wohl-sein und haben eine Werteentscheidung getroffen. Das eine gegen das andere auszuspielen und sich nicht zu entscheiden, stattdessen weiter zu jammern finde ich persönlich äußerst bedenklich. Ich beobachte, dass bei vielen die Kompetenz,  Entscheidungen zu treffen, verlorengegangen ist. Der Grund dafür ist, dass wir zu viele Optionen haben, zwischen denen wir wählen können und glauben, etwas Besseres zu versäumen. Oder ist es einfach nur aus Bequemlichkeit? Vielleicht auch aus Angst unsere Komfortzone verlassen zu müssen? Die heutige Elterngeneration scheint ihren Kindern von vornherein jede Entscheidung abzunehmen, indem sie ihnen alles ermöglichen und sie nicht vor die Entscheidung stellen, wie zum Beispiel: “Wenn du einen Reitkurs machen willst, dann gibt es dafür keinen Klavierunterricht“.  Die lieben Kleinen bekommen, je nach Geldbeutel,  beides und beides werden sie mit halber Freude machen und irgendwann ganz aufgeben.  Warum? Weil sie sich nicht für eine Sache ernsthaft  committen mussten. Committen heißt, sich emotional stark an eine Sache zu binden. Umfragen ergaben, dass sich 89 % der Menschen nicht mehr mit ihrer Arbeit zu 100 % committen.  Was das für die Wirtschaft bedeutet, zeichnet sich bereits ab.  Natürlich mag an dieser Stelle so mancher Einwand kommen, dass der Druck, den Unternehmen auf ihre Mitarbeiter_innen ausüben, die Lust am Commitment zerstört. Ich entgegne hier, dass jeder Mensch in unserer westlichen Welt immer noch die Freiheit hat zu entscheiden, was er oder sie arbeitet und bei wem. An dieser Stelle höre ich natürlich die Unkenrufe: „Ich muss nehmen, was ich bekomme“, ich habe keine andere Wahl, ich muss Familie erhalten, Schulden bezahlen…in meinem Alter ist es nicht so leicht einen neuen Job zu bekommen und und und…..“ Ja, auch das war einst eine Entscheidung. Zu heiraten, Schulden zu machen, Haus zu bauen, Familie zu gründen. Wir sind und bleiben die Schöpfer unserer Umstände. Da hilft kein jammern. Denn: Wer anderen die Schuld gibt, gibt anderen die Macht. Selbstbestimmtheit beginnt dort, wo ich eine Entscheidung treffe und auch die Konsequenzen dafür trage. Ich treffe eine Entscheidung und zahle dafür einen Preis. Ob es ein Seminarwochenende zum Selbstcoaching ist oder eine Städtereise. Ich entscheide. Was ich heute entscheide, wird meine Zukunft stark prägen. Heute entscheide ich, wie ich in Zukunft über meine Vergangenheit spreche bzw. jammere.  Wenn ich jedoch wirklich etwas will, dann richte ich meine ganze Energie darauf, bin fokussiert und committet. Dann erreicht ein Mensch ohne Beine den Gipfel des Himalayas, dann rollt ein Querschnittsgelähmter mit seinem Rollstuhl2000  km von Deutschland nach Santiago allein. Dann wird ein einstmals drogen- und alkoholabhängiger Arbeitsloser zum erfolgreichen Unternehmer, dann bekomme ich jene Arbeit, die mich glücklich macht. Da hilft kein sich ausliefern an sogenannte  Rattenfänger, die Macht über mich wollen, da hilft keine Bestellung ans Universum. Tatsache ist, ich bin der Schöpfer meines Universums. Und Schöpfung beginnt mit einer Entscheidung.  „Der Raum war leer und Gott entschied es werde Licht. Und es ward Licht.“(1.Mose 1)

 

Trainieren Sie Entscheidungskompetenz, indem Sie jeden Tag bewusst eine Entscheidung fällen.

Ihre heute sehr entschiedene Ingeborg Hofbauer

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Veröffentlicht von am in Unterwegs mit dem Rucksack

Meine KritikerInnen meinen, dass ich doch durchaus "wandern" zu meinen Pilgerreisen sagen könnte. Geprägt durch persönliche Denkmuster und auch eine gewisse Abneigung gegenüber allem Religiösen, kann ich diese ablehnende Haltung durchaus nachvollziehen. Darum wird es Zeit meinen Zugang zum Thema "Pilgern" hier näher zu erläutern:

Pilgern heißt „als Fremder in der Fremde unterwegs sein“. Seit es den Menschen gibt, gibt es den Pilger. Religionen kamen viel später. Dieses archetypische Bild "des Fremden",  entspricht einem inneren Zustand, sich oft fremd zu fühlen. Dem gegenüber stelle ich das Bild "des Suchenden", der in die Fremde geht, um zu suchen. Für mich ist der Pilgerweg  Metapher für den Lebensweg. Als Pilger strebt man einem Ziel entgegen, erlebt Höhen, Tiefen, die Unbilden des Wetters, die eigenen Schwächen, Blessuren an Leib und Seele, Glück, Liebe und Freude.  Eine Pilgerreise ist wie die Welle des Meeres. Diese Welle bildet das Wesen des ganzen Ozeans ab. So ist der Pilgerweg ein Abbild des Lebensweges. Es begegnen einem mit großer Sicherheit jene Themen des Lebens, die noch offen sind, an denen man zu arbeiten hat. Eine Pilgerreise bietet die Möglichkeit diesen Herausforderungen ins Antlitz zu sehen, sie beim Namen zu nennen, aufzulösen oder in das Leben zu integrieren.

Pilgern heißt auch seinen eigenen Horizont zu erweitern. Man will heraus aus dem Alltag, sucht neue Begegnungen, neue Impulse, neue Sichtweisen, um als eine andere, ein anderer wieder zurückzukommen. Diese Impulse und Sichtweisen bleiben nicht ohne Wirkung auf den Alltag und auf das Berufsleben. Deshalb mache ich mich mehrmals im Jahr auf und tausche den Businessrucksack mit dem Pilgerrucksack, um immer wieder Klarheit in mein Leben zu bringen.  Begleiten Sie mich!

 http://www.rucksackgeschichten.at/seminare

 

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Von weitem sah ich schon die Türme der Klosterkirche, doch der Weg dorthin führte noch durch huefthohes Gras und mehrere Kilometer Asphalt. Außerdem verlor ich die Sicht auf das Kloster. "Wann kommt den endlich dieses Kloster", ich war schon etwas sauer. Doch endlich war ich am Ziel und an der Rezeption des Gästehauses St. Joseph empfing mich Schwester Sophia herzlich und spendierte mir ein Bier als Willkommenstrunk. Sie checkte für mich die Zugverbindungen nach Hause. Schwester Felicitas, eine Österreicherin wusch mir die Wäsche, damit ich nicht gar so verwahrlost daheim ankomme:-) Diese junge Schwestergemeinschaft der Zisterzienserinnen hat mich sehr beeindruckt. Unter der Leitung von Äbtissin M. Laetitia Fech und ihren jungen Mitschwestern erblühte das Kloster Waldsassen zu einem, dem 21. Jahrhundert entsprechendem, spirituellen Zentrum. Das neu erbaute Gästehaus St. Joseph, als Gästehaus mit Seminarräumen ausgestattet, steht für Wirtschaftsseminare genauso offen, wie für Menschen, die ins Kloster auf Zeit gehen wollen. Ich war begeistert von diesem Ort und werde ihn sicher wieder besuchen.

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Vor meiner letzten Etappe nach Waldsassen goenne ich mir einen Tag der Entspannung mit einer Ganz Körper Massage und Aromabad in Franzensbad. Aber auch um etwas Rückschau zu halten. Das Loslassen von vielen belastenden Sorgen und Gedanken gelang wunderbar. Dies wurde vor allem durch die Anreise mit dem Zug unterstützt und die Aufnahme in die Christliche Kommunität in Volkenroda. Das erste Drittel war ich völlig allein und wie gross war meine Freude, als ich zu Beginn des zweiten Drittels, das dem Thema Freude gewidmet war 3 weitere Wanderer traf. Einer davon, Ernst aus Hannover, pilgerte den selben Weg und wir hatten schöne Gespräche. Doch am Beginn meiner dritten Etappe, die dem Thema Verwandlung gewidmet war, merkte ich, dass ich wieder allein sein möchte und  so ging jeder von  uns wieder seinen eigenen Pilgerweg weiter. Dieser Weg war herausfordernd, da die Markierungen  oft verwirrend waren und die Beschreibung im Führer etwas dürftig. Doch meine Verwandlung ins Vertrauen offenbarte sich insofern, indem  ich gefühlsmäßig schnell bemerkte, wenn ich vom Weg abkam.  Ich bin mich die ganzen 300 Kilometer nie wesentlich verlaufen, dank auch meinem Navi auf dem Handy. Obwohl ich stundenlang allein durch den ThüringerWald lief und dann durch das dunkle Fichtelgebirge,  begleitete mich dieses Vertrauen und ich hatte nie Panik oder Angst. Aber ich war achtsam und konzentriert. Hörte auf meinen Körper und auf meine Eingebungen, die mich zu den für mich richtigen Quartieren und Menschen führten. Inzwischen hat sich mein Rucksackgewicht auf 7 kg reduziert. Ich bin auf das wahrhaft Wenigste reduziert. 5 kg Inhalt, 1 kg der Rucksack und 1 kg die Wasserflaschen. Ein neuer persönlicher Rekord. Damit schliesse ich meinen Blog. Die letzte Etappe morgen widme ich dem Ankommen und meiner Familie zu der ich mit Freuden zuruekehre. 

 

 

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Die Tage scheinen alle aehnlich zu sein. Gehen, ankommen, Wäsche waschen, essen, schlafen. Doch gleicht kein Tag dem anderen. Die letzten 2 Tage war ich völlig alleine unterwegs. Durch das Fichtelgebirge. Manchmal war es ganz schön unheimlich, doch Angst hatte ich nie. Die Markierungen waren manchmal verwirrend so dass ich mein Handynavi zu Hilfe nehmen musste. Doch ich bin stolz auf mich: habe mich nie wirklich verlaufen. Wenn nach 100 m kein Hinweis kam, ging ich zur letzten Markierung zurück. Alleine ist man wesentlich aufmerksamer. In einer stilvollen Villa bekam ich ein Zimmer. Die Inhaberin, ebenfalls eine  Ingeborg besitzt einen paradiesischen Garten in dem ich mich erholte. Nicht nur die Namen sind gleich, sondern wir fanden auch andere schöne Gemeinsamkeiten. An diesem Tag marschierte ich durch eine Kleinstadt und da ich ja tags darauf in ein Wellnesshotel in Franzensbad einchecken werde, kleidete ich mich spontan in einem Billigladen neu ein. Bei der Post nebenan, verschickte ich dafür alte Stinkklamotten nach Hause. Die 32 km an diesem Tag verlangten mir einiges ab und meine Fersen und Gelenke beschwerten sich. Auf Burg Hohenberg angekommen war ich zu müde um zu essen, aber ein Weissbier ging noch

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Telefon: 0664 54 14 383 -  Fax: 03174 31784 - Mail: kontakt(at)rucksackgeschichten.at

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